Christa Blümlinger: Vertov/Farocki: Intervall und Montage.

ACHTUNG!

donnerstag, 5.11.09

17:00 Uhr

Raum 2017

Bild 1

Es wird um eine Art Close Reading einer Installation von Farocki gehen (Gegen-Musik).
Die Stadt ist heute ebenso rationalisiert und geregelt wie ein Produktions-Prozess. Die Bilder, die heute den Tag der Stadt bestimmen, sind operative, oder Kontrollbilder. Repräsentationen zur Regelung des Verkehrs, mit Auto, Eisenbahn, Metro, Repräsentationen zur Bestimmung der Höhen, auf denen die Transmitter der Funktelefon-Netze aufgestellt werden, zum Erkennen der Löcher in den Funknetzen. Bilder aus Thermo-Kameras, mit denen der Wärmeverlust der Häuser untersucht wird. Und digitale Nachbildungen der Stadt, dargestellt mit weniger Haus- oder Dachformen, als im 19 Jh. zur Anwendung kamen, als die geplanten Industrie-Städte errichtet wurden, so auch die Agglomeration Lille. Trotz der Boulevards, der Promenaden, Marktplätze, Arkaden und Kirchen sind diese Städte schon Wohn- und Arbeitsmaschinen. Auch ich will also ein “Remake” der Stadtfilme, allerdings mit anderen Bildern. Schon die wenige Zeit und die beschränkten Mittel gebieten, sich auf ein paar wenige, exemplarische Kapitel zu beschränken. Fragmente, oder Vorstudien. (Harun Farocki)
Prof. Dr. Christa Blümlinger war ab 1999 Universitätsassistentin am Seminar für Filmwissenschaft der Freien Universität Berlin. Davor als Medienwissenschaftlerin, Filmpublizistin, Kuratorin und Kritikerin in Wien und Paris tätig. Lehr-, und Forschungstätigkeiten u.a. an den Universitäten Wien, Salzburg und Paris III, kuratierte und jurierte u.a. für die Duisburger Filmwoche, die Diagonale und das Berliner Kino Arsenal. Zahlreiche Publikationen insbesondere zu Filmtheorie, Dokumentar-, Avantgardefilm und Medienkunst. In ihrem aktuellen Buch „Kino aus zweiter Hand“ untersucht sie die alltäglich gewordene Verwendung von bewegten Bildern aus zweiter Hand im Zeitalter digitaler Reproduktionstechniken, die aus der Filmmontage geboren wurde. Blümlingers Studie beschäftigt sich mit Formen einer zeitgenössischen Archivkunst und leistet einen einzigartigen Beitrag zur aktuellen film- und bildwissenschaftlichen Diskussion.
Frau Blümlinger ist derzeit Maître de conférences am UFR Cinéma et Audiovisuel der Université de la Sorbonne Nouvelle, Paris.
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