zu Gast im Montageforum am 30.11.2011

Daniel Stephan

Montage, Artikulation & System

17.00 Uhr, Kino 1104

»[Die Systemtheorie] reklamiert für sich selbst nie: Widerspiegelung der kompletten Realität des Gegenstandes. Auch nicht: Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Erkenntnis des Gegenstandes. Daher auch nicht: Ausschließlichkeit des Wahrheitsanspruchs im Verhältnis zu anderen, konkurrierenden Theorieunternehmungen. Wohl aber: Universalität der Gegenstandserfassung in dem Sinne, dass sie als soziologische Theorie alles Soziale behandelt und nicht nur Ausschnitte […]«

Niklas Luhmann, Soziale Systeme, S. 9, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1987

Daniel Stephan beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Frage nach dem Wesen der Montage als Bestandteil der gesellschaftlichen Kommunikation. Dabei geht es ihm nicht um das Finden einer Montagegrammatik oder der Suche nach einer Regel für den richtigen Schnitt, damit dieser auch „richtig“ verstanden wird. Vielmehr sucht er ganz im Gegenteil nach einer Verortung der Montage in der Polykontexturalität der Gesellschaft. Denn was für Sicherheiten kann es geben, wenn es in der Kontingenz der Welt eigentlich keine kommunikativen Sicherheiten geben dürfte? Es könnte alles so sein wie es ist aber auch anders. Und das trifft genauso für die Montage eines Filmtextes zu. Kurz: Weshalb funktioniert das überhaupt, was wir als Editoren machen?

Bei seiner Forschung stützt er sich dabei auf die Theorie autopoietischer Systeme von Niklas Luhmann und geht der Frage nach, inwiefern Montage als Artikulation in einem komplexen Kommunikationsvorgang behandelt werden kann und greift auf seine eigenen Erfahrungen in der Montagearbeit zurück. Es wird versucht, die Montage innerhalb der Systemtheorie zu kategorisieren. Könnte sie sich sogar als eigenständiges funktionales Teilsystem differenzieren?
Und was würde das für unsere Montagepraxis bedeuten?

Daniel studiert Montage an der HFF und präsentiert in diesem Rahmen seinen Stand der Forschung.

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