MONTAGEFORUM 10.11.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

In Bewegung bleiben

Regie/ Montage: Salar Ghazi
zu Gast: Salar Ghazi

(D 2021, 140 min)

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=RpfnKa5DJRI

Am 31. Januar 1988 feiert das Tanzstück „Keith“ an der Komischen Oper in Ost-Berlin, der Hauptstadt der DDR, Premiere. Es wird ein überragender Erfolg. An „Keith“ sind acht Tänzerinnen und Tänzer sowie die Choreografin Birgit Scherzer beteiligt. Im Jahr vor dem Fall der Mauer fliehen fünf der Beteiligten in den Westen.

Die Tänzerinnen und Tänzer, die aus der „Arbeiterklasse“ stammen, wurden vom Staat zu Spitzenkräften ausgebildet. Eine Elite, deren Licht weithin leuchten und ein Aushängeschild (Flaggschiff?) für die DDR sein sollte. Als junge „Reisekader“ bereisten sie die ganze Welt und lernten auch die westlichen Länder kennen und schätzen, ein Privileg, das ihren Mitbürgern zu Hause verwehrt blieb. In den Monaten vor dem Fall der Berliner Mauer – ein Ereignis, das niemand vorausgesehen hatte – standen viele Mitglieder des Ensembles vor der lebensverändernden Entscheidung, zu bleiben oder zu gehen. Birgit muss die Konsequenz ziehen, ihren Mann und ihr Kind zu verlassen.

Filmemacher Salar Ghazi war damals mit einigen Tänzer*innen befreundet. Er sucht die Beteiligten auf, um die Ereignisse Revue passieren zu lassen und zu reflektieren. Erinnerungen und privates VHS-Material erzeugen ein komplexes Bild, welches das Lebensgefühl der Wendejahre lebendig werden lässt.

Henk Drees

Salar Ghazi

Salar Ghazi wurde 1964 in Hamburg. Nach dem Abitur in Bonn erlernte er autodidaktisch den Beruf des Filmeditors. seinen ersten Dokumentarfilm „Der letzte Kempinski“ hat er zwischen 1994-96 fertiggestellt. Der Film „Bertolt Brecht – Liebe, Revolution und andere gefährliche Sachen“ präsentiert in vier Kapiteln (anhand von Archivmaterial und nachgestellten Szenen) wichtige Stationen im Leben von Bertolt Brecht. Im Jahr 2005 gewann der Kurzfilm-Spielfilm „Namus“ den FBW-Preis. Als Filmeditor ist Salar Ghazi seit knapp 30 Jahren tätig.

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