Archiv der Kategorie: AKTUELL mittwoch, 17 uhr.

MONTAGEFORUM 18.12.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Dreamaway

Ägypten, Deutschland | 2018 | Dokumentarfilm | 86 Minuten | arabisch, englisch, russisch | (DCP) >> Trailer

Regie // Johanna Domke & Marouan Omara

Montage // Gesa Jäger, Louly Seif

zu Gast // Gesa Jäger // Johanna Domke

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Die ägyptische Touristenhochburg Scharm el-Scheich ist trotz Traumstränden und Wellnesstempeln nach Unruhen und IS-Terror weitgehend leer: Im Luxushotel spielt der DJ vor verlassener Tanzfläche, der Pool liegt still vor der Choreographie des Animationsteams. Ob im Housekeeping, als lebende Statue, Kellner oder Animateurin – die Angestellten kämpfen nicht nur mit drohender Arbeitslosigkeit, sondern auch mit der kulturellen Kluft heimischer Tradition und westlicher Lebensweise. Lebensrealitäten, Sehnsüchte und Notlagen prallen hier aufeinander, wo sich vor verwaisten Kulissen poetische Melancholie und abgeklärter Zynismus treffen.

Gesa Jäger und Louly Seif gewannen für ihre Arbeit an diesem Film, den “Bild-Kunst Schnittpreis Dokumentarfilm” beim diesjährigen Filmplus Festival.

“Der mit 7.500 Euro von der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst dotierte Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm wurde an Gesa Jäger und Louly Seif vergeben für die Montage des Dokumentarfilms „Dreamaway“. „Der Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm geht an zwei Editorinnen, die einen Film montiert haben, der als Dokumentarfilm gestartet ist, als solcher in Ägypten nicht gedreht werden durfte, um dann als dokumentarischer Hybrid seine Form zu finden. Mit viel Poesie legt ihre Arbeit die vielfältigen Ebenen des Films offen. Die kluge, nicht vorhersehbare Montage verwebt innovativ die einzelnen Stränge und kreiert das Bild der Sehnsucht einer Generation. Im sehr bewussten Spiel mit dokumentarischen und fiktionalen Elementen vermitteln Gesa Jäger und Louly Seif einen ebenso berührenden wie authentischen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Protagonistinnen und Protagonisten von ‘Dreamaway’.“, so die Jury um Yana Höhnerbach (Filmeditorin, Vorjahrespreisträgerin), Imogen Kimmel (Regisseurin), Daniela Praher (Produzentin), Börres Weiffenbach (Kameramann) und Fritz Wolf (Filmjournalist).” (www.filmplus.de)

Gesa Jäger (BFS)

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Während des Studiums der Geschichtswissenschaften entdeckt sie durch ein Praktikum beim Fernsehen ihre Leidenschaft für Schnitt und absolviert daraufhin eine Ausbildung zur „Fachkraft für Film- und EB-Schnitt“ beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg.

Im Anschlus zieht es sie 2008 zum Studium der Montage an die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg, wo sie mehrere Kurz- und Dokumentarfilme schneidet.2013 diplomiert sie mit dem Kinospielfilm “LOVE STEAKS”, für den sie u.a. 2014 auf dem film+ Festival mit dem NRW Schnitt Preis Spielfilm ausgezeichnet wird.

2019 zeichnen die Filmkunsttage Sachsen-Anhalt sie mit dem Filmkunstpreis Sachsen-Anhalt/Special Schnitt aus und widmen ihr eine Werkschau. Im selben Jahr erhält sie den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm des film+ Festivals für ihre Arbeit an „Dreamaway“.

Filmografie (Auswahl)

2019 Unorthodox | Folge 2 & 3 | Serie | Maria Schrader | 55′
2019 Frau Jordan stellt gleich | Folge 4 & 6-10 | Serie | Fabian Möhrke | 25′
2018 Another Reality | Dokumentarfilm | Noël Dernesch / Olli Waldhauer | 96’
2018 You are wanted | Staffel 2, Folge 6 | Serie | M. Schweighöfer / B. Jasper | 50’
2017 Dreamaway | Dokumentarfilm | Johanna Domke, Marouan O’mara | 87’
2017 SOWAS VON DA | Spielfilm | Jakob Lass | 91′
2016 Luft | Spielfilm | Anatol Schuster | 90′
2016 TIGER GIRL | Spielfilm | Jakob Lass | 90′
2015 Kein Weg zurück | Dokumentarfilm | Britt Beyer | 45′
2015 Vater. Mutter. Ich. | Dokumentarfilm | Nadja Bobyleva | 75′
2014 Happy Hour | Spielfilm | Franz Müller | 94′
2014 Ein idealer Ort | Kurzfilm | Anatol Schuster | 40′
2013 LOVE STEAKS | Spielfilm | Jakob Lass | 89′

Schnitt-Preise / Nominierungen

2019 Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm, film+ für Dreamaway
2019 Filmkunstpreis Sachsen-Anhalt/Special Schnitt
2017 Nominierung Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm, film+ für TIGER GIRL
2014 Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm, film+ für LOVE STEAKS
2014 „Outstanding Achievement in Editing”, First Time Fest New York für LOVE STEAKS
2013 Best Editing, L.A. Movie Awards für You missed Sonja

andere Preise

LOVE STEAKS

Filmfest München 2013 – Förderpreis Neues Deutsches Kino: Beste Regie
Filmfest München 2013 – Förderpreis Neues Deutsches Kino: Beste Produktion
Filmfest München 2013 – Förderpreis Neues Deutsches Kino: Bestes Schauspiel
Filmfest München 2013 – Förderpreis Neues Deutsches Kino: Bestes Drehbuch
Filmfestival Max Ophüls Saarbrücken 2014 – Max Ophüls Preis
International Film Festival Rotterdam 2014 – Lions Film Award
Saas-Fee Filmfest 2014 – Wettbewerb – Bester Film
First Time Film Fest New York 2014 – Grand Prize
Sehsüchte Potsdam 2014 – Produzentenpreis II
International Film Festival Varna 2014 – Goldene Aphrodite
Deutscher Filmpreis 2014 – Nominierung – Bester Film

EIN IDEALER ORT
Berlinale 2015 – Perspektive Deutsches Kino – DFJW-Award Dialogue en perspective

LUFT

Festival des deutschen Films Ludwigshafen 2017 – Besondere Auszeichnung
Starter Filmpreis der Stadt München 2018
Tel Aviv International LGBT Film Festival 2018 – Promising Director Award
Qfest Houston 2018 – Freedom of Vision Award

DREAMAWAY
Festival International de Films de Fribourg 2019 – Critics’ Choice Award

Luxor African Film Festival 2019 – Bronze Prize for Best Artistic Contribution

ANOTHER REALITY
DOKfest München 2019 – Publikumspreis

Johanna Domke

JDomke

Johanna Domke wuchs in Deutschland und Argentinien auf und studierte zunächst Freie Kunst in Skandinavien und später Film an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
Ihre Filme bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Dokumentar- und Spielfilm und sind sowohl in Ausstellungen als auch im Kino zu sehen. Mit CROP und Dreamaway sind ihr zwei mutige und künstlerisch anspruchsvolle Dokumentarfilme gelungen, die auf internationalen Filmfestivals prämiert wurden.

Sie ist Autorin und Produzentin der Produktionsfirma Pulverfilm, die Dokumentarfilme für TV, Kino und Internet produziert. Sie wurde von Institutionen wie der Biennale di Venezia, Hot Docs-Blue Ice Fund, IDFA Bertha Fund and Catapult Film Fund unterstützt. Ihre Filme werden u.a. vom Arsenal Institut Für Film und Videokunst e.v. Berlin und Real Fiction Filmverleih vertrieben. Sie lehrt in Fotografie, Medienkunst und Film an verschiedenen Hochschulen in Deutschland und Skandinavien und forscht an film- und medientheoretischen Themen.

Filmografie

2018 “ Dreamaway” mit Marouan Omara, Dokumentarfilm, WDR Co-Produktion, 82 min, DE/EG 2013 “CROP” mit Marouan Omara, Dokumentarfilm, 48 min E/EGY
2011 ”Untitled-Epilog” experimenteller Spielfilm, 92 min US/DE
2010 “100% WOOL” Kurzfilm, 15 min DE/TR/DK

2010 ”Man kenenki” mit Fatou Kande, Dokumentarfilm, 32 min DE/SEN/DK 2009 “Søen i spejlet” Kurzfilm, 18 min DE/DK

Preise

2019 Shortlisted for Oscar nomination, national selection from Egypt for Dreamaway
Special mentioning at the Tripoli Film Festival, Libanon, Dreamaway
Kritikerpreis des International Filmfestivals Fribourg, CH, für „Dreamaway“
Preis für beste Künstlerische Leistung des Luxor International Filmfestivals für „Dreamaway“

2014 Klaus-Wildenhan-Preis des Dokumentarfilmfestivals Hamburg für “CROP”
„Goldener Schlüssel“ lobende Erwähnung des Kasseler Dokumentarfilmfestivals für “CROP” Honorable mention at the CinemAfrica Festival, Stockholm, Sweden für “CROP”

2010 Bremer Videokunst Förderpreis, Bremen, D
2006 Award of the International Video Art Forum, Hamburg, D
2003 ZKM International Media Art Award 2003, Audience Award, Karlsruhe, D

MONTAGEFORUM 26.6.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Weitermachen Sanssouci

Regie: Max Linz

Montage: Bernd Euscher und René Frölke

(D, 2019, 80min)

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Dem Institut für Kybernetik und Simulationsforschung droht die Schliessung – so das Ausgangsszenario dieser Satire über die Verwaltung des Universitätsbetriebs in eine turbokapitalistische Forschungsmaschinerie.

Max Linz komponiert seinen Film mit feinem Gespühr für Berliner Befindlichkeiten, städtische Kulissen, Bürodekor und akademische Kostüme. Und mit Lust an Überzeichnung der dekadenten Uni-Sprache, die ihre Reizwörter wie Köder in der Verhaltensforschung benutzt. Am Ende entwickelt sich der Film fast zu einem Musical – der Ohrwurm “Warum kann es hier nicht schön sein, warum werden wir nicht froh?” könnte zu einer postkapitalistischen Revolutionshymne werden.

 

Bernd Euscher

Bernd Euscher (B.F.S.) ist seit 1987 verantwortlich für die Montage von Kinospielfilmen, Kinodokumentarfilmen und TV-Produktionen.

Er studierte u. a. Dokumentarfilmregie bei Krzysztof Kieślowski am Künstlerhaus Bethanien in Berlin. Nach Filmen in eigener Regie auf Super8 und 16mm Film, nach dem Studium der Musikwissenschaft und Erziehungswissenschaft, hier diplomiert, in Berlin und im Schneideraum „hängen geblieben“.

„Weitermachen Sanssouci“ ist ein besonderer Film in seiner Vita.

Filmografie