Category Archives: 2013

zu Gast am 17.04.13: Dr. phil. Christine Moritz präsentiert FELDPARTITUR

——Mittwoch, 17.04.2013———-

ab 17:00 Uhr—————–Raum 1104

Forschen in, mit und über den Film?

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Die Kommunikation innerhalb des bislang logoszentrierten Wissenschaftsbetriebes bewegt sich immer mehr vom Text zum (Bewegt-)Bild, weil audiovisuelle Informationen – anders als das zu dekodierende Wort – ad-hoc auf der Basis unwillkürlicher Wahrnehmungsprozesse rezipiert werden. Die rasante Durchdringung auch  der Wissenschaftswelt durch Neue Medien begrenzt sich dabei nicht auf Inhaltsvermittlung, sondern erfasst auf Basis verfügbarer sozialer Kommunikationsnetze systemisch alle Semiosen innerhalb derselben. Die Notwendigkeit der Reflektion von Film und Video betrifft daher auf der einen Seite die vielfältigen formal-strukturellen Erscheinungsweisen des Mediums sowie die sozio- und interkulturell sich repräsentierenden implizten Wissensbestände darin. Dringlicher aber erscheint auf der anderen Seite die Reflektion der Wahrnehmungs- und Verarbeitungsphänomene sowohl der Forschenden als auch RezipientInnen, sowie deren Wirkungen innerhalb des Kultur- und Wissensbestands einer Gesellschaft.

Es sollen im Vortrag auf der einen Seite in theoretischer Weise aktuellle Ansätze der Videoanalyse in der sozialwissenschaftlichen Forschung überblickend vorgestellt werden. Auf der anderen Seite erfolgen in praktischer Weise kurze, schlaglichtartige Einblicke in unterschiedliche Forschungswerkstätten mit der SaaS-Software “Feldpartitur” aus unterschiedlichen Disziplinen der Sozial-, Geistes- und Medien/Filmwissenschaften. Anschließend bleibt noch Zeit für Ihre Fragen und eine hoffenltich rege Diskussion in einem brisanten Feld.

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Dr. phil. Christine Moritz (1968) ist Erfinderin der Feldpartitur und Geschäftsführerin der Feldpartitur GmbH. Seit vielen Jahren ist sie Lehrende an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in z.B. Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist Autorin mehrerer Fachbücher. Arbeitsschwerpunkte von Frau Moritz sind visuelle Forschungsmethoden, Interkultur, Kommunikation über das Medium Musik sowie Lehrmethoden in der Erwachsenen- und Hochschuldidaktik.

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Zu Gast am 16.01.13: Dr. Cornelia Lund

——Mittwoch, 16.01.2013———-

ab 17:00 Uhr—————–Raum 1104

Loops und Layer – Montageformen der Visual Music

Mapping VJing Festival 2006

Das, was historisch unter den Begriff „Visual Music“ gefasst oder mit ihm verbunden worden ist, zeichnet sich durch eine große Vielschichtigkeit aus. Diese lässt sich bereits an den historischen Ausformungen ablesen. Sie reichen von Live-Aufführungen mit dem Farbklavier über Expanded-Cinema-Performances bis hin zu Animationsfilmen. Diese Vielschichtigkeit hat sich noch vergrößert durch die Erweiterung der medialen Möglichkeiten, durch die wachsende Breite an digitalen Formaten und Vorgehensweisen wie etwa Real-Time-Bildbearbeitung. Visual Music kann nichtsdestoweniger dienlich sein als Bezeichnung für audiovisuelle Produktionen, welche die Grundidee einer gleichberechtigten oder gleichgewichteten Zusammenarbeit visueller und akustischer Elemente verfolgen, mit dem Ziel, so einen ästhetischen Mehrwert zu schaffen. Dabei ist Visual Music als Gattung ist recht offen, etwa hin zur Videokunst, zum Musikvideo, zum Tanzfilm, zur Animation oder zu Games.

Nimmt Visual Music die Form von filmischem Bewegtbild an, so kommen zunächst für den experimentellen Film typische Montagetechniken wie Bildüberlagerungen oder Loops zur Anwendung. Der Vortrag möchte zeigen, wie diese Techniken im Kontext von VJing und digitaler Real-Time-Bildbearbeitung und Real-Time-Postproduktion eine neue Qualität und einen Popularisierungsschub bekommen. Dabei soll die Argumentation anhand zahlreicher historischer Beispiele bis hin zu Beispielen von Produktionen aus der jüngeren Zeit etwa von Philipp Geist, Mikomikona oder Transforma verfolgt werden.

Cornelia_Lund

Dr. Cornelia Lund ist Kunst- und Medienwissenschaftlerin und Kuratorin. Seit 2004 leitet sie zusammen mit Holger Lund die Medienkunstplattform fluctuating images e.V., seit 2009 Mitglied bei General Public (Berlin). Im WS 2011/2012 war sie Vertretungsprofessorin für „Kunst.Ästhetik.Medien“ an der FH Düsseldorf, derzeit ist sie Mitarbeiterin im DFG Projekt zur „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945–2005“ an der Universität Hamburg und Dozentin im Master Intermedia an der FH Vorarlberg. Kuratorin zahlreicher Screenings und Ausstellungen (z.B. Internationales Trickfilmfestival Stuttgart, Cimatics Brüssel, Mapping Festival Genf, Akademie der Künste Berlin, Index Festival, New York). Publikationen u.a. zu audiovisuellen Kunstformen, zum experimentellen Film, sowie zum Verhältnis von Film und Tanz. Sie ist Ko-Herausgeberin von „Audio.Visual – On Visual Music and Related Media“ (2009).

www.fluctuating-images.de


Zu Gast am 09.01.13: Carolina Hellsgård

——Mittwoch, 9.01.2013———-

ab 17:00 Uhr—————–Raum 1104

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Carolina Hellsgård arbeitet als Autorin, Regisseurin und Cutterin in Stockholm und Berlin. Sie studierte an der Universität der Künste in Berlin und erhielt nach ihrem Abschluss in 2007 eine Postgraduiertenförderung des DAADs für Los Angeles. Zwischen 2008 und 2011 entwickelte sie eine Kurzfilmtrilogie über Menschen am Rande der Gesellschaft. “Heroes”, der nach “Karaoke“ und “Hunger” dieser Serie abschließt, hatte 2012 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin Premiere.

Kurzfilme von ihr waren bereits in zahlreichen Filmfestivals und Galerien zu sehen.
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LÄUFER
Kurzfilm (Deutschland, HD, 14’, 2012)Amal, ein 13-jähriger Flüchtling aus dem Libanon, ist der Drogenläufer eines älteren Dealers in der Hannover U-Bahn. Er lebt ein isoliertes Leben in einem Asylheim außerhalb der Stadt. Eines Tages trifft er ein junges Mädchen, die seine Rettung sein könnte.

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HEROES
Kurzfilm (Schweden, HD CAM,14’, 2011)

Linnea hat Sehnsucht. Wonach, das weiß sie nicht genau.
Sie geht oft in den Reitstall am Rande der Großstadt, wo sie ihr Pferd liebevoll pflegt und ausreitet. Mit Jungs hat sie weniger Erfahrung. Eriks Annäherung weist sie unbeholfen zurück. Da ist ihre Freundin Jenny schon weiter, auch wenn sie den Falschen küsst.

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HUNGER
Kurzfilm (Deutschland, 35mm, 17’40, 2009)

Die vernachlässigten Geschwister Roland und Paul beobachten die Abschiebung der illegalen Nachbarsfamilie. Nachdem die Polizei die Familie abgeführt hat, fassen die beiden Brüder Mut und betreten die fremde Wohnung. Dort entdecken Roland und Paul eine neue Welt: In der Küche steht Essen auf dem Tisch, sie finden einen CD-Player, Kleidung und Schminkzeug. Für einen Moment haben sie die Chance, tun zu dürfen, was sie wollen – doch als der Vater
sie entdeckt, werden sie in die Wirklichkeit zurückgeholt.

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KARAOKE
Kurzfilm (Deutschland, 35mm, 15’40, 2008)

Liselotte ist eine in die Jahre gekommene Schauspielerin. Sie hat lange Zeit nicht mehr auf der Bühne gestanden und versucht wieder als Darstellerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie spricht für verschiedene Werbecastings und drittklassige Theaterrollen vor – ohne Erfolg. Als letzte Hoffnung bleibt Liselotte ihre alte Freundin und Kollegin Vera, zu der sie jedoch seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte.