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05.07.2017

Rune Schweitzer
Dokfilm: “Sonita

12.07.207   Sommerfest an der Filmuni

Wintersemester 2017

Heike Parplies
Fiktion: “Toni Erdmann

Gesa Jäger/Adrienne Hudson                                                                                                  Fiktion: Tiger Girl

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Mittwoch 10.05.2017

17:00 Uhr Filmuniversität Babelsberg, Kino 1101

zu Gast// Philip Scheffner (Regisseur//Editor)

Revision” 2012, 106 min

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Wenn ein Dokumentarfilm rekonstruiert, wie genau an einem Tag vor zwanzig Jahren frühmorgens um Viertel vor vier die Sichtverhältnisse auf einem Feld in Vorpommern waren, dann ist klar: Hier lässt der Regisseur der Vergangenheit nicht das kleinste Winkelchen, in dem sie sich verstecken könnte.

In dem Feld fanden Erntearbeiter am 29. Juni 1992 die Körper zweier Menschen. Der eine war tot, der andere lag vermutlich im Sterben. Die beiden Männer, Rumänen, wie sich herausstellte, waren von zwei Jägern erschossen worden, die dort an jenem Morgen nach Wildschweinen gejagt hatten. Die Namen der Toten: Grigore Velcu und Eudache Calderar.

In seinem Film Revision besucht der Berliner Dokumentarfilmer Philip Scheffner Freunde und Hinterbliebene der Erschossenen, spricht mit Bauern, Journalisten, Beamten, Staats- und Rechtsanwälten, mit Ermittlern und anderen Beteiligten an dem Prozess, der sieben Jahre nach dem Tod der beiden Rumänen mit einem Freispruch für die Schützen endete. Was sein Film beharrlich ans Tageslicht bringt, ist ein Gemenge aus schlampigen Ermittlungen, mehr oder weniger offenem Rassismus und unfassbarer Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern und ihren Familien. Nach und nach erfasst man das Skandalon, das sich hier fast lautlos ausbreitet. Es entsteht ein feines dokumentarisches Netz aus Schicksalslinien und zeitpolitischen Bezügen, ein Panorama, das sich weit erstreckt: von einem rumänischen Dorf bis in deutsche Amtsstuben, von einem Feld an der deutsch-polnischen Grenze bis nach Rostock-Lichtenhagen und von der soziopolitischen Befindlichkeit im Deutschland nach dem Mauerfall bis in unsere Gegenwart. (…)

Philip Scheffner maßt sich nicht an, das Unrecht revidieren zu können. Aber er lässt den Opfern Gerechtigkeit widerfahren. Und sei es allein schon, indem die beiden Männer, die vor zwanzig Jahren in Zeitungsmeldungen namenlos blieben, nun durch diesen zutiefst beeindruckenden Dokumentarfilm im Gedächtnis bleiben: Grigore Velcu und Eudache Calderar.

(Katja Nicodemus)

Philip Scheffner, geb. 1966 in Homburg/Saar, lebt und arbeitet als Künstler und Filmemacher in Berlin. Zusammen mit Merle Kröger, Alex Gerbaulet und Caroline Kirberg betreibt er die Produktionsplattform pong.
Im Forum mit Havarie (2016), And-Ek Ghes… (2016), Revision (2012), Der Tag des Spatzen (2010), The Halfmoon Files (2007)

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Filme (Auswahl)

2016: Havarie
2016: And-Ek Ghes…
2012: Revision
2010: Der Tag des Spatzen
2007: The Halfmoon Files
2003: A/C.
Zwischen 1990 – 2000 zahlreiche Kurz- und Langfilme mit der Berliner Autorengruppe dogfilm

Preise und Nominierungen

Nominierung Preis der deutschen Filmkritik 2013 für REVISION
Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2013 für REVISION

Bild-Kunst Schnittpreis 2013
für REVISION

‘Award of Excellence’ 2013
für REVISION, Yamagata Film Festival, Japan

Fritz-Gerlich-Filmpreis 2012
für REVISION, Film Fest München

Hauptpreis Dokumentarfilm 2012
für REVISION, GoEast Film Festival

Preis der Stadt Ludwigsburg, Deutscher Dokumentarfilmpreis 2011
für DER TAG DES SPATZEN

Klaus Wildenhahn-Preis 2010
für DER TAG DES SPATZEN, 7. Dokumentarfilmwoche Hamburg

Dokumentarfilmpreis des Goethe Instituts 2007
für THE HALFMOON FILES, 31. Duisburger Filmwoche 2007

Förderpreis der Stadt Duisburg 2007
für THE HALFMOON FILES, 31. Duisburger Filmwoche 2007

Bester Dokumentarfilm 2007
für THE HALFMOON FILES, International Independent Filmfestival of Mar del Plata (Argentinien)

„Prix des Mediathèques“ 2007
für THE HALFMOON FILES, FID Marseille

„Award for best documentation and research work“ 2008
für THE HALFMOON FILES, Memorimage Film Festival Reus

„Audience Award“
für das Video JURISTISCHE KÖRPER, Freiburger Videoforum 1995

Internationaler Videokunstpreis für junge, innovative Videokunst,
ZKM Karlsruhe 1995

1.Preis Bester Kurzfilm 1995
für SOAP, Stuttgarter Filmwinter

Montageforum

Mittwoch 19.04.2017

17:00 Uhr Filmuniversität Babelsberg, Kino 1101

zu Gast// Jamin Benazzouz (Editor)

“Gestrandet” 2016, 76 min

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Das Jahr 2014 beginnt für die Bewohner von Strackholt mit einer ungewöhnlichen Nachricht: Eine kleine Gruppe eritreischer Flüchtlinge ist in dem 1500-Seelen-Dorf „gestrandet“. 20 km von Aurich, inmitten der ostfriesischen Leere, sollen die Neuankömmlinge den Ausgang ihres Asylverfahrens abwarten. Helmut, ein pensionierter Schuldirektor und Christiane, eine Journalistin nehmen sich der fünf Männer an. Mit Deutschunterricht, Ämtergängen und selbstgebackenem Kuchen versuchen Sie, Ihnen den Neuanfang in der fremden Umgebung zu erleichtern. Die Flüchtlinge nehmen das Hilfsangebot mit großem Elan an. Doch mit jedem Tag treten neue Konflikte auf, denn die Mühlen der Behörden mahlen langsam und die tägliche Ungewissheit zehrt an den Nerven aller Beteiligten.

„Off-Kommentare gibt es keine. Es ist eine Eigenheit des Films, dass er die feinen Risse in zweifelhaften Begriffen wie „Heimat„ und „Integration” allein durch Beobachtung deutlich macht… Dieses Unbehagen zeigt sich sowohl bei den stets aufrichtig um Integration bemühten ostfriesischen Helden des Films als auch bei den Männern aus Eritrea, die versuchen, es den Helfern recht zu machen. Das irritierende ist die eigentliche Stärke von GESTRANDET.” Wolfgang Frömberg, Intro

Wir freuen uns darauf mit dem Editor und Master Studenten (Montage), Jamin Benazzouz über die Arbeit an diesem Film zu sprechen.

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Jamin Benazzouz wird 1983 in Brakel geboren. Von 2005 bis 2008 absolviert er eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton beim WDR in Köln und arbeitet im Anschluss bis 2010 als festangestellter Editor für den Sender. Parallel dazu absolviert er ein Studium Montage an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, das er 2010 mit einem Bachelor of Fine Arts abschließt. Noch im selben Jahr beginnt er als freiberuflicher Film Editor u.a. für Rommel Film, Zero One Film und weitere renommierte Produktionen zu arbeiten. Seit 2013 absolviert er ebenfalls an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf den Master-Studiengang Montage.

Filmographie (Auswahl)

  • 2016 GESTRANDET
  • 2016 Meteorstraße
  • 2014 Titos Brille
  • 2014 Ihr und eure Welt
  • 2013 Love, Yesterday
  • 2012 Über uns Elektrizität
  • 2011 Fragments of Palestine
  • 2011 The Wedding Tape
  • 2010 Rockabilly Ruhrpott

MONTAGE FORUM 18.01.2017

ZU GAST // ELI CORTINAS

“DAS FILMISCHE GEDÄCHTNIS”

18.01.2017 / 17 Uhr / Kino 1101

Eli Cortiñas-Praxis dreht sich um die Idee des filmischen Gedächtnisses, welches sie durch Analyse und Bearbeitung von vorhandenem Material bzw. durch das Verweben mit ihrem eigenen Material untersucht. Sie nähert sich dem Editing als »Schreiben«, wo sie den Erzählfluss stört oder neu strukturiert und dadurch Sinnveränderungen schafft. Diese Prozesse erzeugen sowohl ein Gefühl der Identifikation als auch der Entfremdung. Auch in ihren Collagen und Objekt Arrangements schafft Cortiñas eine zweideutige Transparenz für die Projektion von konstruierten Aussichten der emotionalen, ideologischen, kultischen und banalen Rollenspiele einer Generation, die in den Medien als “verloren” gepriesen wird.

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Eli Cortiñas, 1979 in Las Palmas de Gran Canaria, Spanien, geboren, studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln und am European Film College in Dänemark. Cortiñas war Atelierstipendiatin des Kölnischen Kunstvereins, des Goethe Instituts und erhielt das Villa Massimo, das Karl Schmidt-Rottluff-Stipendium und kürzlich das Kunstfonds Stipendium, die Villa Sträuli Residenz und das Reisestipendium des Berliner Senats. Ihre Arbeiten sind u.a. in der Kunsthalle Budapest, im Museum Ludwig, in Centre Pompidou und in der Berlinischen Galerie ausgestellt worden. Ihre Film- und Videoarbeiten waren u.a. bei der Moscow International Biennale, Mardin Biennale, Internationales Filmfestival Oberhausen, Torino Filmfestival, Curtas Vila Do Conde, Les Rencontres Internationales, Videonale 14 und Nashville Filmfestival zu sehen. Eli Cortiñas lebt und arbeitet in Berlin.

wir werde 4 Videoarbeiten sehen

Quella che camina (The one who walks), 2014, single channel video, 9’30”, HD, colour & b&w, french/ italian/ spanish with english subtitles
The most given of givens, 2016, HD/ found footage, 3 channel video, 9′, colour & b&w, french with english subtitles
Dial M for Mother, 2 channel video, 2008, 11’30”./ loop, colour, english/ spanish with english subtitles

und eine Arbeit die sich momentan im Enstehungsprozess befindet

MONTAGE FORUM 11.01.2017

Zu Gast // Liz Rosenfeld

Surface Tension

written, directed, edited by Liz Rosenfeld

11.01.2017 / 17 Uhr / Kino 1101

The Surface Tension Trilogy is comprised of three experimental videos tracking the rise and fall of the Weimar Era in Berlin through the perspectives of Frida Kahlo & Anita Berber, Hannah Höch, and Leni Riefenstahl & Eva Braun, each of them women who lived and worked in Berlin during this time. Experimenting with anachronistic modes of storytelling, these short films also play with queering the tropes of fact-based historicization through the director’s choice of casting her friends. Clearly shot in present-day Berlin, the choice to enact stories, relationships, and experiences that “may” have happened suggests that history is made through the untold intimate moments of relationships in a certain time and space. Posing questions concerning the usefulness of nostalgia, history as lived experience and the way in which political and creative economy unfolds, The Surface Tension Series looks at how history is discursive, hidden, and lived.

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Liz Rosenfeld received her MFA from the School of the Art Institute of Chicago in 2005, followed by a Masters in Performance Studies from Tisch School of The Arts at New York University in 2007. Since her move to Berlin in 2008, Rosenfeld continues to work as a film/video director, performer and dramaturge with many Berlin based artists. Rosenfeld’s work has been screened and performed at venues including The German Historical Museum, The Barbican, The Hebbel am Ufer Theater, The C/O Gallery, The Kunst Haus Dresden, The Tate Modern, The Hayward Gallery, The British Film Institute, The Victoria & Albert Museum, and The Hammer Museum. She is also part of the Berlin based film production collective nowMomentnow, which is committed to the creation of an alternative feminist- led economy of production and art making, which relies on exchange, skill sharing and creative community structures.

we will show “SURFACE TENSION” 1:05:15 min

MONTAGE FORUM 07.12.2016

zu Gast // Sigrid Reede

“The Mystery of the Kaleva”

07.12.2016 / 17 Uhr / Kino 1101

Der von Sigrid Reede montierte Dokumentarfilm „The Mystery of Kaleva“ist ein Langzeitprojekt (2000-2010) und wurde 2012 fertiggestellt. Im Film geht es um ein finnisches Flugzeug, das kurz vor dem zweiten Weltkrieg abgeschlossen wurde. Der Film hat vier verschiebe Ebenen: Einführung- was ist historisch passiert / fünf Thesen warum das Flugzeug abgeschlossen wurde / Interviews mit den Verwandten der 9 Verunglückten / vier Schiffs-Expeditionen, die das Schiff am Meeresboden suchen / mehrere Interviews mit Historikern, Politikern u.a. Das Filmteam reist in mehrere Länder wie Finnland, USA und Schweden. Der Film enthält außerdem Archivmaterial und hat fünf verschiedene Sprachen.

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Sigrid Reede ist eine junge Filmemacherin aus Estland. Nachdem sie im Jahre 2014 ihr Studium in Film und Audiovisuellem Media Design in Tallinn, Estland beendet hat zog sie nach Deutschland. Seitdem hat sie als Cutterin für verschiedene Produktionsfirmen gearbeitet unter anderem für „Kinomaton Berlin„ und eine Weiterbildung im Bereich Cutter für TV und Film im Filmhaus Babelsberg gemacht. Seit 2016 ist sie Masterstudentin im Studiengang Montage an der Hff.

wir zeigen ” The Mystery of the Kaleva” 52 min

MONTAGE FORUM

zu Gast // Henning Frederik Malz

Arbeiten mit Found Footage- Ekstasen der Multiplikation

23.11.2016 / 17 Uhr/ im Kino 1101

Henning Frederik Malz ist sezierender Beobachter seines eigenen Mediums und durchforstet Spielfilme, Imagefilme oder auch Musikvideos nach prägnanten Motiven, die als Filtrat des jeweiligen Bildvokabulars sich derer Versprechen bedienen und reflektieren. Präzise akkumuliert er im Schnitt die Bilder zu einem dichten Sog, der die Mechanismen narrativer Strukturen übersteigert und in analytischer Distanz kommentiert. Die Quelle seines Materials findet Henning Frederik Malz in den Medien- und abspieltechnischen Umwälzungen der 80er, 90er und 00er Jahre – von VHS, DVD bis Youtube. Malz experimentelle Filme sind eine Komprimierung ausgewählter Bilder von nahezu ikonischer Qualität, die weniger auf repräsentativen Anspruch zielen, als dass sie auf die Rhetorik des ursprünglichen Materials verweisen.

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Henning Frederik Malz studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln bei Matthias Müller und Phil Collins sowie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Marcel Odenbach .

Seit 2010 realisiert er Experimentalfilme, Musikvideos und Installationen, die bei internationalen Festivals, Ausstellungen und Screenings gezeigt wurden u.a. Images Festival Toronto, EMAF Osnabrück, Kassel Dokfest. MMK Frankfurt, Pact Zollverein Essen, Other Cinema San Francisco.

Wir werden zwei Experimentalfilme und ein Musikvideo sehen:

REST IN ME    2014 /6:19 min

JOHNS DESIRE   2011 /4:35 min

DER SPRINGER  ( CAMP INC. )  2015 /3:50min

Im Anschluss an das Screening wollen wir mit Henning Frederik Malz  über seine Interessen und Methoden bei der Montage mit Found Footage sprechen.

(Moderation: Linda Franke)