MONTAGEFORUM 20.11.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Herz des Himmels, Herz der Erde

(D, 2011, 98 min, Maya, Spanisch) >> Trailer

Buch/Regie: Frauke Sandig und Erik Black

Montage: Grete Jentzen (BFS)

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HERZ DES HIMMELS, HERZ DER ERDE reist ins mexikanische Chiapas und nach Guatemala, die Heimat der etwa neun Millionen heutigen Maya. Sechs junge Maya lassen uns teilhaben an ihrem Leben, ihrem Alltag, ihren Zeremonien und ihrem Widerstand gegen die Bedrohung ihrer Kultur und Umwelt. Dem westlichen Objektdenken, das Globalisierung, genmanipulierte Nahrung und Umweltzerstörung als Normalität hinnimmt, begegnen sie mit einer Kosmovision, die das Andere, Mensch, Tier, Natur, nicht als losgelöstes Gegenüber, sondern als Teil des eigenen Seins begreift.

Chan K’in, ein junger Lacandonen-Maya, lebt in der überwältigenden Natur des letzten großen Regenwalds Nordamerikas, der durch die Abholzung und die drohende Ausbeutung der dort entdeckten Ölvorkommen bedroht ist. Sein Onkel, der berühmte Schamane Don Antonio, unterweist ihn in den Zeremonien und in der Heil- und Pflanzenkunde. Der Astro-Archäologe Alonso deutet in Palenque die geheimnisvollen Inschriften der Ruinen, zieht Parallelen zwischen dem Untergang des Maya-Imperiums, dem Ende eines Zeitzyklus und dem drohenden ökologischen Kollaps.

Flori musste als kleines Mädchen vor dem Völkermord in Guatemala fliehen, dem ihre halbe Familie zum Opfer fiel. Nun kehrt sie zurück in ihr Dorf, um den Widerstand gegen das kanadische Minenunternehmen zu unterstützen, das unter rücksichtslosem Einsatz hochgiftiger Chemikalien Gold im Tagebau abbaut. Felipe ist nach vielen Umwegen ein spiritueller Maya-Führer in Guatemala geworden, der eingebettet in die besondere Erinnerungskultur der Maya Überlebenden des Völkermords hilft, ihre Traumata zu überwinden.

Chepita, eine junge Frau im Hochland von Chiapas, kämpft für den Erhalt des ursprünglichen Mais, der das heiligste Gut der Maya ist, und unterrichtet Frauen im Lesen und Schreiben. Jerónimo, ehemaliger Comandante der Zapatisten, bewirtschaftet heute in einer selbstverwalteten Maya-Gemeinde in Chiapas ein schmales Stück Land und kämpft gegen die Einführung von Genmais durch transnationale Konzerne. “Früher waren wir Indígenas unsichtbar für die Mächtigen”, sagt er. “Jetzt, seit wir die Maske tragen, müssen sie uns sehen.”

In der Kosmovision der Maya ist die Welt der Natur mit der der Vorfahren durch Träume verbunden. HERZ DES HIMMELS, HERZ DER ERDE verknüpft die politische und soziale Gegenwart der Protagonisten in musikalischen und traumartigen Sequenzen mit Bildern der Natur und der mythologischen Vergangenheit. Der Film schlägt den Bogen vom Popol Vuh, dem Schöpfungsmythos der Maya, zu den Herausforderungen von heute; von den majestätischen Ruinen der klassischen Periode zu den lebendigen Zeremonien und Traditionen der heutigen Maya, zu ihrer Spiritualität und ihrem Widerstandsgeist. Nicht als unabwendbare Prophezeihung verstehen sie das Ende des Maya-Kalenders, sondern als Schließen eines Kreises – als Möglichkeit eines Neuanfangs.

Ein bewegender, eindringlicher Film voller Respekt für seine Protagonisten, der in Bildern voller Schönheit, Schmerz und Hoffnung die Möglichkeit einer anderen Weltsicht erschließt.

unser Gast: Editorin und Filmemacherin Grete Jentzen

Geboren 1966 in Berlin, Deutschland. Deutsche Staatsbürgerschaft. Arbeitete zunächst als Regieassistentin, Dramaturgin, Regisseurin am Theater Zittau, Legnica und Berlin, begann Kurzfilme zu drehen. Lebte in London, Brighton, New York, arbeitete als freie Cutterin für PBS, National Geographic, Lifetime und als Filmemachern. Mitglied der Deutschen Filmakademie.

MONTAGEFORUM 13.11.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Das melancholische Mädchen

Buch / Regie: Susanne Heinrich
Montage: Susanne Heinrich, Benjamin Mirguet

(D, 2019, 80min)

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In 15 komischen Begegnungen erforscht DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN unsere postmoderne Gesellschaft zwischen Prekarisierung und Self Marketing, serieller Monogamie und Neo-Spiritualität, Ernüchterung und Glückszwang. Susanne Hein- richs Debütfilm verbindet Pop und Theorie, Feminismus und Humor – und ist voll von Zitaten, die man in Neonbuchstaben auf Werbetafeln leuchten sehen will.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz streift das melancholische Mädchen durch die Großstadt. Unterwegs begegnet sie jungen Müttern, die ihre Mutterschaft als religiö- ses Erweckungserlebnis feiern, findet Unterschlupf bei einem abstinenten Existentia- listen, für den Sex „auch nur noch ein Markt“ ist, und wartet in einer Drag Bar „auf das Ende des Kapitalismus“. Ihr Versuch, ein Buch zu schreiben, scheitert am ersten Satz des zweiten Kapitels, und sie findet keinen Platz zwischen Kunstgalerien, Yoga-Stu- dios und den Betten fremder Männer. Statt sich zu bemühen hineinzupassen, fängt das Mädchen an, ihre Depression als Politikum zu betrachten.

 

Susanne Heinrich

Die Pfarrerstochter aus Ostdeutschland, hat im Alter zwischen 19 und 25 vier Bücher geschrieben (zuletzt „Amerikanische Gefühle“, Dumont 2011) und war damit u.a. beim Bachmannpreis in Klagenfurt eingeladen, in der Villa Aurora L.A. und der Casa Baldi Olevano Romano (Villa Massimo). Außerdem hat sie in verschiedenen Bands gesungen und andere künstlerische Projekte verfolgt. Mit ihrem ersten Kurzfilm wurde sie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin aufgenommen. Nach einigen Übungen ist DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN ihr erster Film.

 

 

MONTAGEFORUM 26.6.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Weitermachen Sanssouci

Regie: Max Linz

Montage: Bernd Euscher und René Frölke

(D, 2019, 80min)

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Dem Institut für Kybernetik und Simulationsforschung droht die Schliessung – so das Ausgangsszenario dieser Satire über die Verwaltung des Universitätsbetriebs in eine turbokapitalistische Forschungsmaschinerie.

Max Linz komponiert seinen Film mit feinem Gespühr für Berliner Befindlichkeiten, städtische Kulissen, Bürodekor und akademische Kostüme. Und mit Lust an Überzeichnung der dekadenten Uni-Sprache, die ihre Reizwörter wie Köder in der Verhaltensforschung benutzt. Am Ende entwickelt sich der Film fast zu einem Musical – der Ohrwurm „Warum kann es hier nicht schön sein, warum werden wir nicht froh?“ könnte zu einer postkapitalistischen Revolutionshymne werden.

 

Bernd Euscher

Bernd Euscher (B.F.S.) ist seit 1987 verantwortlich für die Montage von Kinospielfilmen, Kinodokumentarfilmen und TV-Produktionen.

Er studierte u. a. Dokumentarfilmregie bei Krzysztof Kieślowski am Künstlerhaus Bethanien in Berlin. Nach Filmen in eigener Regie auf Super8 und 16mm Film, nach dem Studium der Musikwissenschaft und Erziehungswissenschaft, hier diplomiert, in Berlin und im Schneideraum „hängen geblieben“.

„Weitermachen Sanssouci“ ist ein besonderer Film in seiner Vita.

Filmografie

MONTAGEFORUM 19.6.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG// 17:00 UHR // KINO 1101

zu Gast: Fani Schoinopoulou (BFS) mit

IN SEARCH… Deutschland | 2018 | Dokumentarfilm | 90 Minuten | deutsch, englisch, kikuria, swahili | englische Untertitel

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IN SEARCH… erzählt die persönliche und berührende Geschichte der Regisseurin Beryl Magoko, die als Mädchen in Kenia genitalverstümmelt wurde und nun, als erwachsene Frau, von einer Operationsmethode erfährt, die den Frauen das zurück geben kann, was damals verloren ging.
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Beryl Magoko wurde in Kenia geboren, wo es Tradition ist, junge Mädchen zu beschneiden. Auch Beryl hat die Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen, weil ihr niemand sagte, was die Prozedur für sie bedeutet, welche Schmerzen es bringt. Nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele. Nun ist Beryl Magoko eine erwachsene junge Frau und lebt als Filmemacherin in Deutschland. Und sie erwägt eine erneute Operation. Denn mittlerweile ist es möglich, den Eingriff rückgängig zu machen. Doch will sie genau das? Und was ist größer – die Angst oder die Hoffnung, etwas wiederzubekommen, was einem auf grausame Art genommen wurde? Der Abschlussfilm IN SEARCH… von Beryl Magoko und Jule Katinka Cramer, die an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert haben, ist eine sehr persönliche Betrachtung eines hochsensiblen und komplexen Themas. Denn Magoko offenbart, während sie sich auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen begibt, auch viel von ihren eigenen Empfindungen, Sorgen und Hoffnungen. Für die einzelnen Gespräche nehmen sich Magoko und Cramer Zeit, die Bilder stehen lange, die Montage ist ruhig, der Zuschauer kann sich komplett einlassen auf das Thema und die Protagonistinnen, die sich Magoko auch aufgrund der vertrauensvollen Annäherung der Regisseurin den Fragen öffnen. Dass die Genitalverstümmelung ein Thema von großer politischer, kultureller und gesellschaftlicher Revelanz ist, wird deutlich. Doch für Magoko und Cramer steht dieser Aspekt nicht im Vordergrund. Denn wenn in einer der letzten Schlüsselsequenzen des Films Magoko mit ihrer Mutter spricht und dabei nicht nur ihre eigene, sondern auch die Beschneidung ihrer Mutter thematisiert, dann wird klar, wie persönlich die Geschichte ist. Ein berührender und wichtiger Film.

(FBW-Pressetext)

MONTAGEFORUM 5.6.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Dr. Karen Pearlman

presents 3 short films

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Woman with an Editing Bench (2016, 15 minutes) 

Woman with an Editing Bench  is a stylised bio-pic about Elizaveta Svilova, the editor of Man with a Movie Camera, wife and lifelong collaborator of Dziga Vertov.

After the Facts (2018, 5 minutes)

Synopsis: Editors are powerful.  They are also usually invisible.   Most editors in early film were women.  This short documentary looks at how they wielded power and how their work was made invisible.

Digital Afterlives  (2018, 5 minutes)

Synopsis:In this short dancefilm a man in white angel shoes gets multiplied and manipulated through all the dimensions of infinite black.

 

Dr Karen Pearlman

Dr Karen Pearlman writes, directs and edits screen productions and she researches and writes about screen culture, feminist film histories, distributed cognition and creative processes.

Karen’s 2016 film, Woman with an Editing Bench, won the national ATOM Award for Best Short Fiction, the Australian Screen Editors‘ Guild (ASE) Award for Best Editing in a Short and 6 other film festival awards. Her 2018 documentary ‘After the Facts’ was also honoured with an ASE Award for Best Editing, after its screenings at the Sydney International Film Festival, the Adelaide International Film Festival, the Perth Revelation Film Festival and the Antenna Documentary Film Festival.

Karen is a senior lecturer in Screen Production and Practice at Macquarie University. Before joining Macquarie, Karen held the post of Head of Screen Studies at AFTRS for 6 years. She is the author of Cutting Rhythms, Intuitive Film Editing (now in its 2nd edition with Focal Press). Before taking up filmmaking, editing and film studies, Karen had a distinguished career as a professional dancer – performing on the Opera House stages of the world and directing two dance companies.

Karen’s current research is into distributed cognition, creative practice and feminist film histories.  She is working with collaborators on developing a framework for understanding expertise in creative practices of filmmaking as an instance of distributed cognition. We are proposing that this framework offers new ways of recognising the creative and intellectual work of historical women in film and, by extension, possibly in many other social and cultural domains. The aim is to re-position women’s input into the development of film form, moving away from historicising it as ‘helping’ or ‘assisting’, and theorising particular women in early film as engaged participants in the embodied and embedded cognitive processes that generate creative ideas.

 

MONTAGEFORUM 29.5.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Ohrensausen“ (I 2017, 90 Minuten)

Regie: Alessandro Aronadios // Montage: Roberto Di Tanna

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Ein Mann wacht eines Morgens auf und hat ein lästiges Pfeifen im Ohr.

„Das Lärmen der Gedanken“.

Als namenloser Antiheld driftet (Daniele Parisi) in Alessandro Aronadios surrealer Tragikomödie Ohrensausen durch die Großstadt, immer auf der Suche nach einer Erklärung für all die Merkwürdigkeiten, die ihm im Verlauf eines Tages so widerfahren.

In kafkaesker Manier durchläuft der Aushilfslehrer für Philosophie ein Sammelsurium merk- und denkwürdiger Begegnungen. Aussichtslos kämpft er gegen die postkapitalistische Angebotsflut. Er widersteht wohlmeinende Übergriffe zudringlicher Nonnen, begegnet sadistischen Ärzten und philippinischen Hip-Hop-Stars innerhalb eines von jenen Tagen, an denen man die Verrücktheit der Welt erkennt und die einen für immer verändern. Die seltsame Odyssee beginnt mit einem Klebezettel am Kühlschrank: „Dein Freund Luigi ist tot. P.S. Ich hab mir das Auto geborgt.“

Das Problem ist, dass sich der sympathische Loser nicht erinnern kann, wer dieser Luigi sein soll. Dass der Stoiker keinen vollständigen Namen trägt, macht ihn zu einem Sinnbild des (post)modernen Menschen, der gegen die Widrig- und Aufdringlichkeiten des Lebens ankämpft und dabei stets versucht, in allem einen Sinn und eine Bedeutung zu entdecken – ein moderner Jedermann, der gerade ob seiner mangelnden Konturiertheit zur Identifikation einlädt.

Roberto Di Tanna

Roberto Di Tanna ist ein italienischer Filmeditor. Er studierte Filmschnitt bei Affonso Gonçalves (Carol,TrueDetective,Paterson) am Edit Center in New York, das von Filmeditor Alan Oxman (Welcome to the Dollhouse, Happines) gegründet wurde.

Unter seinen Werken:
Kurze Haut(D.Chiarini2014),
In Fondoal Bosco (S. Lodovichi 2015),
Orechie (A. Aronadio 2017),
La Profeziadel ‚Armadilo (E. Scaringi 2018),
Bangla(P. Bhuiyan 2019).

Filmografie

MONTAGEFORUM 15.5.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Die Goldfische“ (D 2019, 113 Minuten)

Regie: Alireza Golafshan // Montage: Denis Bachter

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Oliver (Tom Schilling) arbeitet hart für seinen Erfolg als Portfolio Manager. Auf dem Weg zu einem Termin,rast er in einen verheerenden Crash. Diagnose: Querschnittlähmung. Drei Monate Reha sollen ihn auf ein Leben im Rollstuhl vorbereiten. Doch Oliver will möglichst schnell raus aus diesem „Behindertengefängnis“ mit schlechtem Internet. Auf der Suche nach dem stärksten WLAN-Signal lernt er eine schräge Behinderten-WG kennen, die „Goldfisch Gruppe“: Magda (Birgit Minichmayr) eine blinde Zynikerin mit derbem Humor, zwei Autisten, den 80ies-Pop-Fan Rainman (Axel Stein) und den stummen Michi  (Jan Henrik Stahlberg) mit Schutzhelm, Franzi (Luisa Wöllisch), ein selbstbewusstes Mädchen mit Down-Syndrom sowie ihre zwei Betreuer Laura (Jella Haase), die ihren Traumjob in der Praxis richtig gut machen will und Eddy (Kida Khodr Ramadan), der das genaue Gegenteil ist: ein Heilerziehungspfleger, der seinen Job abgrundtief hasst.

Oliver, der neben seiner Behinderung nun auch noch damit zu kämpfen hat, dass sein Schweizer Schließfach aufzufliegen droht, erkennt die Vorteile positiver Diskriminierung: ein Ausflug mit einem Behindertenbus als perfekte Tarnung für seinen Schwarzgeldschmuggel über die deutsch-schweizerische Grenze…

Newcomer Alireza Golafshan, Absolvent der Regieabteilung der HFF München, schrieb das Drehbuch und führt Regie bei der neuen Komödie von Wiedemann & Berg („Werk ohne Autor“, „Willkommen bei den Hartmanns“, „Who am I – Kein System ist sicher“, „Männerherzen“, „Friendship“ u.v.m.).

Denis Bachter

Denis Bachter begann seine Praxis als Filmeditor mit Praktikum und Volontariat bei einem kleinen Fernsehsender. 2004 – 2007 wurde er bei ARRI Film & TV Services GmbH zum Film- und Video-Editor ausgebildet. Die anschließende Festanstellung im Bereich Avid Support (Kundenbetreuung), Online/Offline Editing beendete er nach zwei Jahren um sich selbständig zu machen. 2009 bis 2015 war er als Schnittassistent für Kino- und Fernsehproduktionen tätig. In dieser Zeit ist er auch Editor von mehreren Kurzfilmen.
Aktuell lebt er in München und arbeitet seit 2015 er als freier Editor.

Filmografie

MONTAGEFORUM 8.5.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Trockenschwimmen“ (D 2016, 77 Minuten)

Regie: Susanne Kim // Montage: Marion Tuor (BFS)

 

Eine Gruppe junger Schwimmschülersteht in einer Leipziger Schwimmhalle am Beckenrand. Als sie ins Wasser schauen, sehen sie allerdings nicht einen ihrer Freunde, sondern Karin in ihrem dunkel glitzernden Badeanzug mit weißer Noppenbadekappe. Die ältere Dame zieht mit rückwärts kreisenden Armen langsam an ihnen vorbei. Dabei wird ihr Atem lauter, schneller, sie fängt an zu kreiseln und zu trudeln, dreht sich um die eigene Achse. Karin hat Angst. Angst vor dem tiefen Wasser, „aber ohne Wasser kann man nicht schwimmen.“ Mit vier Frauen und zwei Männern zwischen 64 und 74 will Karin diese Angst überwinden, loslassen lernen, frei werden – schwimmen lernen. Die Filmemacherin Susanne Kim begleitet die Seniorengruppe während ihres zehntägigen Kurses und nähert sich dabei behutsam den tiefliegenden Erinnerungen ihrer Protagonisten. Die Angst und Aufregung der Senioren ist die gleiche wie die von Kindern, die das erste Mal auf sich und ihren Körper vertrauen müssen, wenn sie sich ins tiefe Wasser begeben. Und das gelöste Juchzen in der Dusche, nachdem die ersten Hürden genommen sind, lässt spüren, dass es nie zu spät ist, über sich selbst hinaus zu wachsen.

Die Schülerinnen und Schüler zeigen viel von sich, wenn sie mutig, zaudernd oder auch mal abwehrend in ihrer Badekleidung am Beckenrand Aufstellung nehmen, oder sich mit gymnastischen Übungen auf das Wasser vorbereiten. Ohne dabei ihren Humor zu verlieren erzählen sie direkt und aufrichtig von ihren Träumen und dem, was sie im Leben bisher davon abgehalten hat, Schwimmen zu lernen. Ihr Mut und ihr Wille, die Herausforderung jetzt noch anzunehmen, beweist, dass es hier nicht allein ums Schwimmen geht – es geht um Leben.

Marion Tuor

MARION TUOR studierte Montage an der Nationalen Dänischen Filmschule in Kopenhagen. Sie schneidet seit 2007 als freie Filmeditorin insbesondere Kinodokumentarfilme, sowie Spiel- und Kurzfilme. Zahlreiche Arbeiten von ihr wurden für Festivals wie TIFF, IDFA und CPH:DOX ausgewählt. „At Home in The World“ von Andreas Koefoed gewann 2015 den „IDFA Award for Best Mid-Length Documentary“. „Heartbound“ von Janus Metz und Sine Plambech, wurde 2018 am Zurich Film Festival als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. „Trockenschwimmen“ von Susanne Kim feierte 2016 im deutschen Wettbewerb auf der DOKwoche in Leipzig Premiere.

Filmografie

MONTAGEFORUM 23.1.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

„(M)OTHER“ (D 2018, 88 Minuten)

Regie: Antonia Hungerland // Montage: Antonella Sarubbi

Muttersein ist das Natürlichste auf der Welt. So scheint es. Doch die Ansprüche an Frauen mit Kindern waren selten
so überladen und widersprüchlich wie in der heutigen westlichen Welt. Auf Glücksversprechen folgen oft Benachteiligungen, Überforderungen und Schuldgefühle. Die Mutter ist zu einem künstlich glorifizierten Ideal geworden, das dennoch oft mit der „Natur der Frau“ legitimiert wird. Dabei leben wir längst in einer Zeit, in der drei Menschen von sich behaupten könnten, die Mutter desselben Kindes zu sein: Eizellspenderinnen geben ihre Gene zur Zeugung von Kindern, Leihmütter tragen Babys aus, die sie unmittelbar nach der Geburt abgeben und auch Männer ziehen
Kinder groß – ganz ohne Frau an ihrer Seite. Es stellt sich also die Frage:
Was macht einen Menschen überhaupt zu einer richtigen Mutter?

In einem persönlichen und kaleidoskopartigen Gedankenspiel begegnet die Regisseurin Antonia Hungerland vielfältigen Menschen, von denen niemand dem verinnerlichten Bild einer richtigen Mutter zu entsprechen scheint. (M)OTHER ist eine poetisch dokumentarische Entdeckungsreise,
die gesellschaftlich hochaktuelle und zukunftsweisende Fragen aufwirft.

Antonella Sarubbi

Antonella Sarrubi zog 2009 nach Berlin, wo sie an der selbstorganisierten Filmschule filmArche e. V. im Studiengang Montage tätig war. 2012 begann sie ihr Studium an der damaligen HFF Babelsberg. An der Filmuniversität Babelsberg ist sie derzeit Studentin im Master künstlerische Filmmontage. Während des Studiums hat sie mehrere Langfilme geschnitten, die auf internationalen Festivals gezeigt wurden. (M)other ist ihr Abschlussfilm.

Filmografie Auswahl:
COSTANTINO – almost together“ (AT), in produktion, voraussichtlich 90min, Regie Rocco Di Mento, 
Produktion Filmuniversität Babelsberg

(M)other„, 90min, 2018, Regie Antonia Hungerland, co-Produktion Filmuniversität Babelsberg, Medienboard und RBB
Premiere in DokLeipzig 2018

Vanatoare“ 75min, 2016, Regie Alexandra Balteanu, DFFB Berlin
Premiere in San Sebastian Filmfestival 2016 – New Directors Award.
Max Ophüls Filmfestival 2017 – Filmpreis der saarländischen Ministerpräsidentin und Preis der Ökumenischen Jury

Erst die Arbeit“ 80 min, 2016, Regie Marlene Blumert, Filmuniversität Babelsberg

Wanja“ 90 min, 2015, Regie Carolina Hellsgard, Produktion Flickfilm Berlin
Premiere at the Berlinale 2015 – Perspektive Deutsches Kino

offizielle website zum Film (M)other

MONTAGEFORUM 30.1.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Human Flow“ (D 2017,140 Minuten)

Regie: Ai Wei Wei // Montage: Niel Pagh Andersen

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Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlasen, um vor Hunger, Klimawandel und Krieg zu fliehen.

HUMAN FLOW ist eine epische filmische Reise des international renommierten Künstlers Ai Weiwei, in der er dieser gewaltigen Völkerwanderung ein bildgewaltiges und eindrucksvolles Gesicht gibt. Der Dokumentarfilm beleuchtet das erschütternde Ausmaß dieser Bewegung ebenso wie ihre zutiefst persönlichen Auswirkungen auf den Einzelnen.Im Verlauf eines ereignisreichen Jahres folgt der Film einer Reihe von bewegenden Geschichten von Menschen rund um die Welt durch 23 Länder, u.a. Afghanistan, Bangladesch, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Irak, Israel, Italien, Kenia, Mexiko und Türkei. Der Film begleitet die Menschen auf ihrer verzweifelten Suche nach Sicherheit, Schutz und Gerechtigkeit: von überfüllten Camps über lebensgefährliche Meeresüberquerungen zu von Stacheldraht bewehrten Grenzen; von Vertreibung und Desillusionierung zuMut, Ausdauer und Anpassung; von der quälenden Erinnerung an das zurückgelassene Leben zu unsicheren Zukunftsaussichten.

HUMAN FLOW erscheint in einer kritischen Zeit, in der Toleranz, Mitgefühl und Vertrauen mehr denn je gebraucht werden. Der eindringliche Film ist ein Zeugnis für die Unantastbarkeit der menschlichen Würde und wirft eine der Fragen auf, die prägend für dieses Jahrhundert sein werden: Wird unsere globale Gesellschaft es schaffen, sich von Furcht, Isolation und Eigennutz zu lösen und einen Weg der Offenheit, Freiheit und des Respekts für Menschlichkeit einschlagen?

Momas Schütze

Momas Schütze ist ein in Berlin ansässiger Filmeditor. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Mediengestalter für Ton und Bild im Jahr 2009 studierte er Montage an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. 2016 erhielt Momas erfolgreich sein Diplom. Seit 2009 ist er als freier Filmeditor tätig.

FilmografieAuswahl:
„HUMANFLOW“(2017),
„Gewitterzellen“(2015),
„Kulturkosmos–FUSIONFestival“(2015),
“OpenCage“(2012)

www.momas.film