MONTAGEFORUM 19.01.22 // Filmuniversität Babelsberg // 17:00 Uhr // Kino 1101 und via Zoom

Videoessay@montageforum

zu Gast // Anna-Sophie Philippi & Maike Sarah Reinerth

Als Praxis an der Schnittstelle wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung gewinnen Videoessays international und interdisziplinär zunehmend Bedeutung. Doch was sind die Besonderheiten videografischen Arbeitens? Wie verändern Videoessays unsere Perspektive auf einzelne Filme, auf wissenschaftliche Methoden und künstlerische Ausdrucksformen?

Um darüber in einen interdisziplinären Dialog zu treten, haben Anna-Sophie Philippi und Maike Sarah Reinerth an der Filmuniversität 2021 das Forschungsprojekt Erkenntnis bilden. Videografisch-essayistische Forschung als Erkenntnisinstrument initiiert, unter dessen Dach im Herbst ein erster praxisorientierter Workshop stattfand. Im Rahmen des Montageforums zeigen wir einige der dort entstandenen videografischen Skizzen und diskutieren kreative und epistemologische Potenziale ebenso wie ethische und urheberrechtliche Fragen von Videoessays.

Anna-Sophie Philippi

Anna-Sophie Philippi, 1992 in Worms geboren. Nach einem Auslandsjahr in Brasilien und dem Abitur nahm sie 2011 das Studium der Medien- & Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim auf. Von 2015 bis 2018 studierte sie Medienwissenschaft (MA) an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. In ihrer 2019 begonnenen Promotion am Lehrstuhl für Mediengeschichte im Digitalen Zeitalter an der Filmuniversität Babelsberg beschäftigt Anna-Sophie Philippi sich mit dem brasilianischen Kino. Ihr Interesse gilt insbesondere Filmen der 1970er Jahre. 

Mit dem Kurzfilm GABI, der 2017 mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet wurde, nahm Anna-Sophie Philippi (Produzentin) im selben Jahr an der Berlinale teil. 2018 gründete sie gemeinsam mit Michael Fetter Nathansky und Virginia Martin die Produktionsfirma Contando Films, unter deren Dach die drei u.a. erfolgreich den Spielfilm SAG DU ES MIR (2019) realisierten.

Maike Sarah Reinerth

Maike Reinerth absolvierte ein Magisterstudium der Medienkultur und Deutschen Sprache und Literatur in Hamburg. Ihre Abschlussarbeit zu «Formen der Erinnerung im Spielfilm» wurde 2010 als Beste Magisterarbeit ausgezeichnet. Anschließend war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Filmwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (2010–2011), am Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg (2011–2017) und in der Stabsstelle Gleichstellung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (2018) tätig. Von 2017–2018 förderte das ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften ihre Dissertation zu «Figurationen des Subjektiven. Zur Darstellung von Erinnerung und Imagination» mit einem finishing grant.

Im Oktober 2018 wurde Maike Reinerth mit summa cum laude an der Filmuniversität promoviert und ist seitdem akademische Mitarbeiterin (Postdoc). Im Sommersemester 2021 vertrat sie die fächerübergreifende Professur für Ästhetik und Dramaturgie der audiovisuellen Medien. In ihrem Habilitationsprojekt forscht sie zum Nexus von Animation, Politik und digitalen Medien.

Maike Reinerth ist außerdem Co-Sprecherin der AG Animation (innerhalb der GfM), hat in unterschiedlichen Funktionen an Filmfestivals mitgewirkt, Filmkritiken veröffentlicht, internationale Konferenzen, Symposien und Filmreihen organisiert und ist seit 2015 Mutter eines Sohnes.

Eigene Website: maikereinerth.de

Montageforum 12.01.2022 Filmuniversität Babelsberg 17:00 Uhr II Kino 1101 & Online via Zoom

BILDER (M)EINER MUTTER (BRD 2021, 79 min)

Trailer

Regie: Melanie Lischker II Montage: Mechthild Barth, Melanie Lischker II zu Gast: Mechthild Barth, Melanie Lischker

In „BILDER (M)EINER MUTTER“ erzählt die Regisseurin das tragische Leben und Scheitern ihrer Mutter. Mit über 100 Stunden Super8 – und Videomaterial des Vaters rekonstruiert sie von der jungen Liebe ihrer Eltern in den 70er Jahren, über deren Familiengründung letzendlich den Zerfall der Familie. Im Privaten sowie im Poltitischen reist der Film durch die Jahrzehnte und dokumentiert die innere Zerissenheit einer Frau, deren Suche nach Selbstverwirklichung exemplarisch für das Lebensgefühl einer westdeutschen Frauengeneration steht. Ein intimes Portrait und Zeitdokument im Kontext der Frauenemanzipation. 

Gewinner des Dokumentarfilmpreises Filmfestival Kitzbühel 2021

Shortlist Dokumentarfilmfest München 2021

Kurzbiografie Melanie Lischker

Buch, Regie, Kamera und Schnitt

Melanie Lischker wurde 1983 in Düsseldorf geboren. Ihr Studium an der HFF Konrad-Wolf in Potsdam Babelsberg beendete sie 2014 mit einem Diplom in Filmmontage. Sie arbeitete als Editorin für Dokumentar- Experimental- und Spielfilm und nahm 2015 die Arbeit an eigenen Projekten wieder auf.

BILDER (M)EINER MUTTER ist ihr Langfilm-Regiedebut.

Kurzbiografie Mechthild Barth

Mechthild Barth schloss 2004 die Kunsthochschule für Medien in Köln mit Diplom ab und arbeitet seit 2005 als freiberufliche Editorin und Dramaturgin.

Auszeichnungen

2021 MONDAY UM ZEHN_Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik Spielfilm
2019 MAMACITA Best Documentary_Bergamo Film Meeting
2018 MAMACITA Top Audience Pick “Made in Mexico”_Hot Docs Toronto
2018 UMA & WIR Dietmar Heeg Medienpreis (Regie T.Hosche)
2017 DIE NACHT DER NÄCHTE Bayerischer Filmpreis (Regie Y.Samdereli)
2016 DINKY SINKY Fipresci Preis (Regie M.Klein)
2015 UNFORGIVEN: RWANDA Winner CNN Journalist Award – London, UK (Regie L.Augustin)
2013 MaxOphülsPreis GRUPPENFOTO (R: M.Klein).
2010 2.Platz XiánFF, China TANZEN w.i.F. (Regie+Montage).  
2009 Deutscher Filmpreis NOBODY´S PERFECT (R: N.v.Glasow), Lobende Erwähnung film+  
2007 Deutscher Fernsehpreis DER GOTTESKRIEGER (R: G.Monheim).  
2006 GerdRuge-Stipendium. REGIE-FörderpreisNRW.
2004 RfK-Preis (Regie+Montage) LA COLA DEL PEZ

Im Verleih von KOBERSTEIN FILM

MONTAGEFORUM 01.12.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

Hegemon

Regie/ Montage: Dani Gal
zu Gast: Dani Gal

(D 2017, 80 min)

Elf amerikanische Außenpolitikexperten aus Think Tanks, Militärbüros und der CIA schildern ihre Sichtweise der amerikanischen Außenpolitik. Diese Gespräche, die sich um Themen wie den Islam, den militärisch-industriellen Komplex, amerikanische Kriege, Cybersicherheit und den Begriff der Freiheit drehen, liefern den Soundtrack für Szenen eines ganzen Tages in Washington D.C.

Der Blick der Kamera auf die Stadt ist alltäglich und banal. Denkmäler, Natur und Menschen werden gleichermaßen in den Fokus gerückt. Diese Art, die Stadt zu filmen, bietet eine Alternative zur ikonischen, imperialistischen filmischen Darstellung der amerikanischen Hauptstadt. Durch die Gegenüberstellung dieser nicht ikonischen Bilder mit oppositionellen Stimmen von Strategen, die bestimmte Ziele der US-Regierung fördern, und anderen, die sie scharf kritisieren, kann das Publikum einen distanzierten und kritischen Blick auf Amerika als dominante Hegemonie oder als Imperium im Niedergang werfen.

Elektromagnetische Felder in der Stadt wurden während der Dreharbeiten als Ton aufgezeichnet und dann mit der allgemeinen Atmosphäre der Szenen gemischt. Diese Geräusche, die nur mit einem speziellen Gerät zu hören sind, dienen als Metapher für die verborgenen Kräfte, die das schaffen, was man amerikanische Macht nennt.

Dani Gal

was born 1975 in Jerusalem, where he studied at the Bezalel Academy for Art and Design. He continued at the Städelschule in Frankfurt, and ended his studies at the Cooper Union in NewYork. His films and works have been shown widely like the 54th Venice Biennale, Berlinale, The Jewish Museum NewYork, Kunsthalle St. Gallen/Switzerland, Documenta 14, and Centre Pompidou. Films and video arts (also group- and solo shows)by Dani Gal were shown in numerous countries, for which he won prices like the Hans Purmann Preis 2012 and the Vila Romana price 2008.

Dani Gal currently lives and works in Berlin.

weitere Infos: dani-gal.com

MONTAGEFORUM 10.11.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

In Bewegung bleiben

Regie/ Montage: Salar Ghazi
zu Gast: Salar Ghazi

(D 2021, 140 min)

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=RpfnKa5DJRI

Am 31. Januar 1988 feiert das Tanzstück „Keith“ an der Komischen Oper in Ost-Berlin, der Hauptstadt der DDR, Premiere. Es wird ein überragender Erfolg. An „Keith“ sind acht Tänzerinnen und Tänzer sowie die Choreografin Birgit Scherzer beteiligt. Im Jahr vor dem Fall der Mauer fliehen fünf der Beteiligten in den Westen.

Die Tänzerinnen und Tänzer, die aus der „Arbeiterklasse“ stammen, wurden vom Staat zu Spitzenkräften ausgebildet. Eine Elite, deren Licht weithin leuchten und ein Aushängeschild (Flaggschiff?) für die DDR sein sollte. Als junge „Reisekader“ bereisten sie die ganze Welt und lernten auch die westlichen Länder kennen und schätzen, ein Privileg, das ihren Mitbürgern zu Hause verwehrt blieb. In den Monaten vor dem Fall der Berliner Mauer – ein Ereignis, das niemand vorausgesehen hatte – standen viele Mitglieder des Ensembles vor der lebensverändernden Entscheidung, zu bleiben oder zu gehen. Birgit muss die Konsequenz ziehen, ihren Mann und ihr Kind zu verlassen.

Filmemacher Salar Ghazi war damals mit einigen Tänzer*innen befreundet. Er sucht die Beteiligten auf, um die Ereignisse Revue passieren zu lassen und zu reflektieren. Erinnerungen und privates VHS-Material erzeugen ein komplexes Bild, welches das Lebensgefühl der Wendejahre lebendig werden lässt.

Henk Drees

Salar Ghazi

Salar Ghazi wurde 1964 in Hamburg. Nach dem Abitur in Bonn erlernte er autodidaktisch den Beruf des Filmeditors. seinen ersten Dokumentarfilm „Der letzte Kempinski“ hat er zwischen 1994-96 fertiggestellt. Der Film „Bertolt Brecht – Liebe, Revolution und andere gefährliche Sachen“ präsentiert in vier Kapiteln (anhand von Archivmaterial und nachgestellten Szenen) wichtige Stationen im Leben von Bertolt Brecht. Im Jahr 2005 gewann der Kurzfilm-Spielfilm „Namus“ den FBW-Preis. Als Filmeditor ist Salar Ghazi seit knapp 30 Jahren tätig.

MONTAGEFORUM 30.06.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

Oeconomia

Regie Carmen Losman I Montage Henk Drees
zu Gast: Henk Drees

(D 2020, 86 min)

„Das werden die Leute wieder nichUnser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen.

Website mit Trailer: http://oeconomia-film.de

In den letzten Jahren blieb uns oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schiefläuft. Aber was? Der Dokumentarfilm OECONOMIA legt die Spielregeln des Kapitalismus offen und macht in episodischer Erzählstruktur sichtbar, dass die Wirtschaft nur dann wächst, dass Gewinne nur dann möglich sind, wenn wir uns verschulden. Jenseits von distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen des Ungeheuerlichen letztlich immer wieder verunmöglichen, macht sich OECONOMIA mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten.

Erkennbar wird ein Nullsummenspiel, das uns und unsere ganze Welt in die Logik einer endlos fortwährenden Kapitalvermehrung einspannt – koste es was es wolle. Ein Spiel, das bis zur totalen Erschöpfung gespielt wird und vielleicht kurz vor seinem Ende steht. Mit ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Work Hard – Play Hard“ setzte die Regisseurin Carmen Losmann sich mit den Wirkungen des modernen Human Ressource Managements auseinander. Mit OECONOMIA, der auf der Berlinale 2020 seine Premiere feierte und von der Kritik hoch gelobt wurde, setzte sie ihre eindringlichen Recherchen zu den zerstörerischen Grundlagen unseres Wirtschaftssystems fort und öffnet den Blick jenseits der gängigen Erklärungsmuster und Dogmen auf den Nucleus eines hochexplosiven Systems: Der Schuldner als zentraler Akteur. –

Ein Film von brennender Aktualität.

  • 2020 – 70. Berlinale / Forum
  • 2021 – Vorauswahl Deutscher Filmpreis

Henk Drees

Henk Drees wurde 1968 in Köln geboren, ist aber im Oldenburger Münsterland aufgewachsen und fühlt sich eher norddeutsch. Er hat einen Magisterabschluß in Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Philosophie und Musikwissenschaft und arbeitet heute vor allem als Dramaturg, Editor, Filmmusiker und Dozent. Sein Schwerpunkt in der Montage liegt auf dem künstlerischen, beobachtenden Dokumentarfilm, aber auch das fiktionale und serielle Erzählen liegt in seinem Arbeitsbereich. Zudem hat er Erfahrungen in fast allen audiovisuellen Formen und Formaten.

Curriculum Vitae_Deutsch_kurz

Seine Arbeiten gewannen u.a. die Goldene Taube bei DOK Leipzig, den Deutschen Kamerapreis in der Kategorie Schnitt, den Grimme-Preis, den Civis-Medienpreis, den Förderpreis des Haus des Dokumentarfilms und waren nominiert u.a. für den Fipresci-Award für den besten Schnitt, den österreichsichen FIlmpreis Romy und in der Vorauswahl des Deutschen Filmpreises

Filmografie:

2020 Oeconomia / Regie: Carmen Losmann;
2019 Andere Eltern / Regie: Lutz Heineking jr.
2018 Shut Up And Play The Piano / Regie: Philipp Jedicke
2016 Nicht ohne uns / Regie: Sigrid Klausmann-Sittler
2015 Agnes / Regie: Johannes Schmid
2015 10 Milliarden / Regie: Valentin Thurn
2014 Family Business / Regie: Christiane Büchner
2012 Work Hard Play Hard / Regie: Carmen Losmann
2009 Rich Brother / Regie: Insa Onken
2007 Projekt Gold / Regie: Winnie Oelsner

Mittwoch 16.06.2021 II 17:00 Uhr II Online via

ZOOM

Dokumentarfilm – montierte Wirklichkeit oder

Fiktion?

Panel & Diskussion II zu Gast:

Marielle Pohlmann, Irem Schwarz, Clara Trischler

„Das Leben schreibt die besten Geschichten“ ist zwar eine Redensart, die oft zutrifft, doch nicht immer ist klar, wie eine solche „Geschichte“ erzählt werden kann. Besonders das Schneiden von narrativen Dokumentarfilmen (manchmal auchszenische oder handlungsgeführte Filme genannt) ist immer ein Spagat zwischen getreuer Wiedergabe von Realität und deren unvermeidlicher Fiktionalisierung, da durch das Formen einer Geschichte die dargestellte Realität geprägt wird und durch den Einsatz dramaturgischer Mittel eine Fiktionalisierung stattfindet. Zugleich bleibt im Dokumentarfilm immer ein Realitätsbezug bestehen. Das wirft zwangs- läufig ethische Fragen auf hinsichtlich dessen, wie realitätsgetreu eine Erzählung zu sein hat, die vorgibt, mittels filmischer Darstellung eine nichtfilmische Realität zu zeigen. (…)

Da die Grenzen fließend sind, ist es für Rezipient*innen oft schwierig, genau zu erfassen, was im Film der Wirklichkeit entspricht und was als Wirklichkeit konstruiert wird. Dies sorgt auf Filmfestivals regelmäßig für Gesprächsstoff und hitzige Diskussionen und macht deutlich, welche Relevanz die Frage nach dem Umgang mit dem Realen im Dokumentarfilm hat.

(aus der Masterarbeit von Marielle Pohlmann)

Marielle, Irem und Clara haben sich in ihren Masterarbeiten diesen Fragen jeweils auf unterschiedliche Weise genähert- schon bevor „die Sache mit LOVEMOBIL“ die Fragen um sog. „Authentizität“ und „Was darf ein Dokumentarfilm“ wieder einmal aufflammen ließ. Sie stellen uns ihre jeweiligen Ansätze vor und freuen sich schon auf die Diskussion!

Marielle Pohlmann wurde 1987 in Süddeutschland geboren und lebt in Berlin. Nach einem Studium der Europäischen Medienwissenschaft an der Universität Potsdam schloss sie 2021 ihr Montagestudium an der Filmuniversität Babelsberg mit dem Master ab.

Seit 2012 arbeitet sie als freie Filmeditorin. Der von ihr montierte mittellange Spielfilm „Am Ende der Wald“ gewann 2016 den Silbernen Oscar bei den Student Academy Awards in Los Angeles, der erste von ihr geschnittene Kinodokumentarfilm „Francos Erbe“ hatte 2017 seine Premiere auf dem Shanghai International Film Festival.

Filmografie (Auswahl):

2021  Love Will Come Later (Dokumentarfilm) R: Julia Furer – SRF & Al Jazeera

2021  Alleingang (Kurzfilm) R: Raphael Schanz

2020  Nachtbesuch (Kurzfilm) R: Joana Vogdt

2018  Pity Fu*k (Mini-Serie) R: Raquel Stern

2016  Francos Erbe (Dokumentarfilm) R: Inga Bremer – BR & ARTE

2016  Am Ende der Wald (Mittellanger Spielfilm) R: Felix Ahrens – MDR

2014  Nachtschattengewächse (Mittellanger Spielfilm) R: Max Hegewald

Irem Schwarz ist freiberufliche Filmeditorin und Videokünstlerin.

Sie studierte Theater- und Medienwissenschaften, Psychologie und Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Magister Artium), sowie Montage an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (Master of Fine Arts).

Sie ist Mitglied im Bundesverband Filmschnitt e. V. (BFS).

In ihren filmischen Arbeiten beschäftigt sie sich intensiv mit Fragen der Medienwirkungsforschung, gesellschaftlichen Narrativen und dem Absurden.

Im März 2021 war sie für die Offenlegung der Täuschung im Fall Lovemobil verantwortlich.

(Weiter unten der link zur Reportage von Strg-F auf funk – gemeinsames Content-Netzwerk von ARD und ZDF – zum Film Lovemobil. Und ein paar der Zeitungsartikel die dazu erschienen sind – es gibt irre viele…)

VIS 2016

Clara Trischler lebte nach ihrem Studium am European Film College in Dänemark für ein Jahr in Israel, wo sie neben ihrer Arbeit im Holocaust-Dokumentationsarchiv bei Filmen und Filmfestivals mitarbeitete.

Nach Filmpraktika in Berlin und New York absolvierte sie ein Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie und dem Instituto Universitario Nacional del Arte Buenos Aires, wobei sie ihre Liebe zum Dokumentarfilm entdeckte. Diese führte sie nach Berlin, wo sie Dokumentarfilmregie an der Filmuniversität Konrad Wolf in Babelsberg studierte.

Sie lebt und arbeitet seitdem in Berlin und Wien als freischaffende Filmemacherin.
Filmographie:

 2015 Zuhause ist kein Ort

2013 Das erste Meer

2012 Muscheln und Milch

2007 Wir haben keinen Himmel, auf den wir warten sollten

https://taz.de/Beschiss-beim-Film/!5757189/

https://taz.de/NDR-Doku-Lovemobil/!5757312/

https://www.artechock.de/film/text/interview/l/lehrenkrauss_2021.html

https://www.zeit.de/kultur/film/2021-03/dokumentarfilm-lovemobil-elke-lehrenkrauss-authentizitaet-filmbranche?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com

Mittwoch 09.06.2021 II 17:00 Uhr II Online via ZOOM

CODED BIAS (Doc, USA 2020, 90min) D: Shalini Kantayya II zu Gast: Lehrende & Studierende der Creative Technologies

CODED BIAS explores the fallout of MIT Media Lab researcher Joy Buolamwini’s discovery that facial recognition does not see dark-skinned faces accurately, and her journey to push for the first-ever legislation in the U.S. to govern against bias in the algorithms that impact us all.


SYNOPSIS

Modern society sits at the intersection of two crucial questions: What does it mean when artificial intelligence increasingly governs our liberties? And what are the consequences for the people AI is biased against? When MIT Media Lab researcher Joy Buolamwini discovers that many facial recognition technologies do not accurately detect darker-skinned faces or classify the faces of women, she delves into an investigation of widespread bias in algorithms. As it turns out, artificial intelligence is not neutral, and women are leading the charge to ensure our civil rights are protected.

Trailer

MONTAGEFORUM 19.05.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // ONLINE VIA ZOOM

Barstow California

Regie Reiner Komers I Montage Gregor Bartsch
zu Gast: Gregor Bartsch

(DEU/US 2018, 76 min)

In einer berückenden Mischung aus Porträt und dokumentarischer Poesie erkundet der deutsche Filmemacher Rainer Komers das Wüstenkaff Barstow – auf den Spuren und mit autobiographischen Texten des Dichters »Spoon« Jackson, der dort aufwuchs, bis er wegen Mordes zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=nql13Gg-WTU

Die Leinwand ist schwarz, das Geräusch einer schweren Tür, die zufällt, ein Schlüssel dreht sich im Schloss.

Der Film Barstow, California nimmt uns mit in die Welt des Lyrikers Stanley »Spoon« Jackson, der aus seiner Autobiographie »By Heart« vorliest, ohne selbst jemals im Bild zu sein. Geschrieben hat er sie im Gefängnis, in dem er seit 1978 wegen Mordes inhaftiert ist.

»Meine Haut fühlt sich warm und lebendig an, diesen September in San Quentin. Als wäre ich eine Eidechse, die sich auf einem großen Stein sonnt.«

Zur Off-Stimme von Spoon Jackson blicken wir auf die Landschaftsbilder der sonnendurchtränkten kalifornischen Mojave-Wüste und der Kleinstadt Barstow, die an der Interstate 15 auf halber Strecke zwischen Los Angeles und Las Vegas liegt. In den Minen rund um Barstow wird bis heute Gold abgebaut.

Spoon Jackson ist einer von 15 Brüdern, zwei von ihnen führen uns an diesen verödeten Ort ihrer Kindheit. Sie erzählen von der Familiengeschichte, von Armut, Rassismus, aber auch vom Zusammenhalt zwischen den Nachbarn am Fluss. Wir hören von den plötzlichen Fluten des Mojave River und vom rhythmischen Rattern der Güterzüge, die sie nachts in den Schlaf sangen. Noch immer rangieren sie dort, oder sie passieren ohne Halt das gottverlassene Barstow. Und immer liegt dieser Sound kreischender Eisenbahnräder in der Luft, der das Gefühl der Einsamkeit bis hinter die Gitterstäbe des Solana Gefängnisses zu tragen scheint.

Ohne einen einzigen Satz über Politik zu verlieren, ist diese poetisch-biographische Ortserkundung hochpolitisch.

Duisburger Filmwoche – ARTE Dokumentarfilmpreis
Achtung Berlin! – Bester Dokumentarfilm 
blicke – filmfestival des ruhrgebiets – lobende Erwähnung
Lichter, Filmfest Frankfurt – lobende Erwähnung 
Big Sky Documentary Film Festival / USA – Wettbewerb 
San Francisco DocFest – Wettbewerb 
Festival International Jean Rouch, Musée de l’Homme, Paris
Nominiert: Grimme Preis 2019 und Preis der Deutschen Filmkritik 2019

Gregor Bartsch

1996–1998 Ausbildung zum Zimmermann. Nach dem Abitur Zivildienst in Kumasi/ Ghana, anschließend Aufnahme des Studiums für Medientechnik. 2005–2006 Studium an der Faculty of Art, Media and Design der Universität Bristol in England im Fach Time-Based-Media. Seit 1998 eigene Arbeiten und Ausstellungen insbesondere Konzeptkunst. 2008, Abschluss Dipl.-Ing. Medientechnik. 2008 Produktion und Regie des Dokumentarfilmes „Ideal 50 – vom Plan zur Stadt zum neuen Menschen“. Seit 2009 Arbeit als freier Filmeditor/ Autor in Potsdam u. Berlin und Mitarbeit an verschiedenen Filmen vorwiegend in Montage und Dramaturgie.

Die Arbeiten liefen auf internationalen Filmfestivals und erhielten wiederholt Auszeichnungen.

Ab 2015 Masterstudium im Fach Montage an der HFF Konrad Wolf Potsdam.
Wiederholt Workshopaufträge u.a. bei Shoot! 2013/14 in Nigeria sowie freie Arbeiten und Ausstellungsteilnahmen.

MONTAGEFORUM 5.05.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // ONLINE VIA ZOOM

One of These Days

Regie Bastian Günther I Montage Anne Fabini
zu Gast: Anne Fabini

(DEU/US 2020, 120 min)

Trailer: https://youtu.be/XLni-gxzAnQ

„Amerika als Provinzshow, als Mikrokosmos. Vielleicht nicht nur Amerika, sondern überhaupt die westliche kapitalistische Welt.“ (Christine Peltz/ Tagesspiegel)

IIn einer texanischen Kleinstadt veranstaltet ein lokaler Autohändler jedes Jahr den Wettbewerb „Hands on a Hardbody“. Bei diesem Wettbewerb stehen die per Losverfahren ausgewählten Teilnehmer um einen vom Veranstalter gestifteten nagelneuen Pickup-Truck, legen eine Hand auf das Auto und dürfen es nicht wegnehmen. Wer es am längsten aushält, darf das Auto behalten. Kurze Pausen gibt es nur wenige, schlafen dürfen die Teilnehmer auch nicht. Um die verblassenden, erschöpften Teilnehmer herum ist inzwischen ein Jahrmarkt entstanden. Autohaus-Mitarbeiterin Joan findet aufmunternde Worte für alle, auch für den jungen Familienvater Kyle, der das Auto unbedingt gewinnen will. Doch dann nimmt der Wettbewerb eine unerwartete Wendung.

In fesselnden, psychologisch aufgeladenen Bildern zeichnet Regisseur Bastian Günther ein Bild von Armut, Reichtum und Verzweiflung. Basierend auf wahren Begebenheiten porträtiert sein Film eine Gesellschaft, in der die Besessenheit vom wirtschaftlichen Gewinn zur Tragödie führt.

Anne Fabini

Anne Fabini studierte Theater-, Film und Fernsehwissenschaften in Berlin. Ab 1996 war sie zunächst als Schnittassistentin tätig und arbeitete unter anderem an Tom Tykwers Lola rennt und Martin Walz‚ Die Bademeister

Der erste von ihr selbst verantwortete Filmschnitt kam bei dem Dokumentarfilm, Milch und Honig aus Rotfront von Hans-Erich Viet. Der Film erhielt beim Deutschen Filmpreis 2001 eine Nominierung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm. Der Spielfilm Berlin is in Germany gewann den Publikumspreis der Berlinale 2001 und markiert den Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit von Fabini mit Regisseur Hannes Stöhr. 2009 erhält sie für ihre Arbeit an seinen Film Berlin Calling eine Nominierung beim Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Schnitt.

Nach mehreren Fernsehspielfilmen montierte Anne Fabini 2011 den Dokumentarfilm More than Honey von Markus Imhoof. Dieser Film gewann 2013 den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm und wurde in der Kategorie Bester Schnitt nominiert. Die internationale Koproduktion gewann auch in der Schweiz und in Österreich die jeweils höchste nationale Auszeichnung für Dokumentarfilm.

Der von Anne Fabini montierte Spielfilm Houston von Bastian Günther hatte Premiere beim Sundance Film Festival und brachte ihr eine weitere Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt beim Deutschen Filmpreis 2014 ein.[2] Zudem wurde sie für ihre Arbeit an diesem Film mit dem Preis der deutschen Filmkritik 2013 in der Kategorie Bester Schnitt ausgezeichnet.[3]

Der 2013 von Fabini montierte Dokumentarfilm Homs – Ein zerstörter Traum von Talal Derki gewann beim Sundance Film Festival 2014 den World Documentary Grand Jury Award. Der ebenfalls in Zusammenarbeit mit Derki entstandene Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats wurde 2019 für den Oscar als Bester Dokumentarfilm nominiert. Er gewann zudem beim Deutschen Filmpreis 2019 in der Kategorie Bester Dokumentarfilm und brachte Fabini ihre erste Auszeichnung in der Kategorie Bester Schnitt ein.

Anne Fabini ist Mitglied der Deutschen Filmakademie[4] und gehört dort seit 2019 dem Vorstand als Leiterin der Sektion Schnitt an,[5] nach zuvor mehreren Jahren als Stellvertreterin von Peter R. Adam. Außerdem ist sie Mitglied im Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS), für den sie regelmäßig in der Reihe ungeSCHNITTen Gespräche mit Filmeditoren moderiert.[6]

Vita on Wikipedia

MONTAGEFORUM 28.04.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // ONLINE VIA ZOOM

The Viewing Booth

Regie Ra’anan Alexandrowicz I Montage Neta Dvorkis & Ra’anan Alexandrowicz I zu Gast: Ra’anan Alexandowicz

(Israel/US 2019, 70 min, s/w)

Trailer: https://www.theviewingboothfilm.com/en/the-film/

The Viewing Booth untersucht die Begegnung zwischen Filmemacher und Betrachterin und vor allem die Art und Weise, wie nicht-fiktionalen Bildern in der heutigen Zeit Bedeutung zugeschrieben wird.

In einem laborähnlichen Raum sieht sich Maia Levy, eine junge jüdische Amerikanerin, Videos an, die das Leben im besetzten Westjordanland zeigen, während sie ihre Gedanken und Gefühle in Echtzeit verbalisiert. Maia ist eine begeisterte Anhängerin Israels. Die Bilder in den Videos, die das palästinensische Leben unter israelischer Militärherrschaft zeigen, widersprechen manchen ihrer tief verwurzelten Überzeugungen. Empathie, Wut, Verlegenheit, angeborene Vorurteile und gesunde Neugier – all das spielt sich vor unseren Augen ab, während wir ihr dabei zusehen, wie sie die von der Besatzung geschaffenen Bilder betrachtet.

Während sich Maia durch die Bilder tastet, die ihr Weltbild hinterfragen, reflektiert sie auch über die Art und Weise, wie sie die Bilder sieht. Ihre offenen und unmittelbaren Reaktionen verdichten sich zu einem einzigartigen filmischen Zeugnis der Psychologie des Betrachtens im digitalen Zeitalter.

Ra’anan Alexandrowicz

Quelle: https://www.theviewingboothfilm.com/en/directors-statement/

Ra’anan Alexandrowicz is a director, screenwriter and editor. He is known for the documentary The Law in These Parts (2011), which received the Grand Jury Award at the Sundance Film Festival, a Peabody award, and numerous other prizes. His earlier documentaries, The Inner Tour (2001) and Martin (1999), were shown in the Berlin Film Festival’s Forum section and MoMA’s New Directors / New Films series. Alexandrowicz’s single fiction feature, James’ Journey to Jerusalem (2003), premiered in Cannes Directors’ Fortnight and at the Toronto International Film Festival and received several international awards. Alexandrowicz’s films have been released theatrically in the United States and Europe, and broadcast by PBS, ARTE, the BBC, as well as other television channels. Ra’anan served several times as an editing advisor for the Sundance Documentary Fund and his film The Viewing Booth is supported by the Sundance Art of Nonfiction initiative.

Vita on Wikipedia