MONTAGEFORUM 29.5.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Ohrensausen“ (I 2017, 90 Minuten)

Regie: Alessandro Aronadios // Montage: Roberto Di Tanna

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Ein Mann wacht eines Morgens auf und hat ein lästiges Pfeifen im Ohr.

„Das Lärmen der Gedanken“.

Als namenloser Antiheld driftet (Daniele Parisi) in Alessandro Aronadios surrealer Tragikomödie Ohrensausen durch die Großstadt, immer auf der Suche nach einer Erklärung für all die Merkwürdigkeiten, die ihm im Verlauf eines Tages so widerfahren.

In kafkaesker Manier durchläuft der Aushilfslehrer für Philosophie ein Sammelsurium merk- und denkwürdiger Begegnungen. Aussichtslos kämpft er gegen die postkapitalistische Angebotsflut. Er widersteht wohlmeinende Übergriffe zudringlicher Nonnen, begegnet sadistischen Ärzten und philippinischen Hip-Hop-Stars innerhalb eines von jenen Tagen, an denen man die Verrücktheit der Welt erkennt und die einen für immer verändern. Die seltsame Odyssee beginnt mit einem Klebezettel am Kühlschrank: „Dein Freund Luigi ist tot. P.S. Ich hab mir das Auto geborgt.“

Das Problem ist, dass sich der sympathische Loser nicht erinnern kann, wer dieser Luigi sein soll. Dass der Stoiker keinen vollständigen Namen trägt, macht ihn zu einem Sinnbild des (post)modernen Menschen, der gegen die Widrig- und Aufdringlichkeiten des Lebens ankämpft und dabei stets versucht, in allem einen Sinn und eine Bedeutung zu entdecken – ein moderner Jedermann, der gerade ob seiner mangelnden Konturiertheit zur Identifikation einlädt.

Roberto Di Tanna

Roberto Di Tanna ist ein italienischer Filmeditor. Er studierte Filmschnitt bei Affonso Gonçalves (Carol,TrueDetective,Paterson) am Edit Center in New York, das von Filmeditor Alan Oxman (Welcome to the Dollhouse, Happines) gegründet wurde.

Unter seinen Werken:
Kurze Haut(D.Chiarini2014),
In Fondoal Bosco (S. Lodovichi 2015),
Orechie (A. Aronadio 2017),
La Profeziadel ‚Armadilo (E. Scaringi 2018),
Bangla(P. Bhuiyan 2019).

Filmografie

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MONTAGEFORUM 15.5.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Die Goldfische“ (D 2019, 113 Minuten)

Regie: Alireza Golafshan // Montage: Denis Bachter

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Oliver (Tom Schilling) arbeitet hart für seinen Erfolg als Portfolio Manager. Auf dem Weg zu einem Termin,rast er in einen verheerenden Crash. Diagnose: Querschnittlähmung. Drei Monate Reha sollen ihn auf ein Leben im Rollstuhl vorbereiten. Doch Oliver will möglichst schnell raus aus diesem „Behindertengefängnis“ mit schlechtem Internet. Auf der Suche nach dem stärksten WLAN-Signal lernt er eine schräge Behinderten-WG kennen, die „Goldfisch Gruppe“: Magda (Birgit Minichmayr) eine blinde Zynikerin mit derbem Humor, zwei Autisten, den 80ies-Pop-Fan Rainman (Axel Stein) und den stummen Michi  (Jan Henrik Stahlberg) mit Schutzhelm, Franzi (Luisa Wöllisch), ein selbstbewusstes Mädchen mit Down-Syndrom sowie ihre zwei Betreuer Laura (Jella Haase), die ihren Traumjob in der Praxis richtig gut machen will und Eddy (Kida Khodr Ramadan), der das genaue Gegenteil ist: ein Heilerziehungspfleger, der seinen Job abgrundtief hasst.

Oliver, der neben seiner Behinderung nun auch noch damit zu kämpfen hat, dass sein Schweizer Schließfach aufzufliegen droht, erkennt die Vorteile positiver Diskriminierung: ein Ausflug mit einem Behindertenbus als perfekte Tarnung für seinen Schwarzgeldschmuggel über die deutsch-schweizerische Grenze…

Newcomer Alireza Golafshan, Absolvent der Regieabteilung der HFF München, schrieb das Drehbuch und führt Regie bei der neuen Komödie von Wiedemann & Berg („Werk ohne Autor“, „Willkommen bei den Hartmanns“, „Who am I – Kein System ist sicher“, „Männerherzen“, „Friendship“ u.v.m.).

Denis Bachter

Denis Bachter begann seine Praxis als Filmeditor mit Praktikum und Volontariat bei einem kleinen Fernsehsender. 2004 – 2007 wurde er bei ARRI Film & TV Services GmbH zum Film- und Video-Editor ausgebildet. Die anschließende Festanstellung im Bereich Avid Support (Kundenbetreuung), Online/Offline Editing beendete er nach zwei Jahren um sich selbständig zu machen. 2009 bis 2015 war er als Schnittassistent für Kino- und Fernsehproduktionen tätig. In dieser Zeit ist er auch Editor von mehreren Kurzfilmen.
Aktuell lebt er in München und arbeitet seit 2015 er als freier Editor.

Filmografie

MONTAGEFORUM 8.5.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Trockenschwimmen“ (D 2016, 77 Minuten)

Regie: Susanne Kim // Montage: Marion Tuor (BFS)

 

Eine Gruppe junger Schwimmschülersteht in einer Leipziger Schwimmhalle am Beckenrand. Als sie ins Wasser schauen, sehen sie allerdings nicht einen ihrer Freunde, sondern Karin in ihrem dunkel glitzernden Badeanzug mit weißer Noppenbadekappe. Die ältere Dame zieht mit rückwärts kreisenden Armen langsam an ihnen vorbei. Dabei wird ihr Atem lauter, schneller, sie fängt an zu kreiseln und zu trudeln, dreht sich um die eigene Achse. Karin hat Angst. Angst vor dem tiefen Wasser, „aber ohne Wasser kann man nicht schwimmen.“ Mit vier Frauen und zwei Männern zwischen 64 und 74 will Karin diese Angst überwinden, loslassen lernen, frei werden – schwimmen lernen. Die Filmemacherin Susanne Kim begleitet die Seniorengruppe während ihres zehntägigen Kurses und nähert sich dabei behutsam den tiefliegenden Erinnerungen ihrer Protagonisten. Die Angst und Aufregung der Senioren ist die gleiche wie die von Kindern, die das erste Mal auf sich und ihren Körper vertrauen müssen, wenn sie sich ins tiefe Wasser begeben. Und das gelöste Juchzen in der Dusche, nachdem die ersten Hürden genommen sind, lässt spüren, dass es nie zu spät ist, über sich selbst hinaus zu wachsen.

Die Schülerinnen und Schüler zeigen viel von sich, wenn sie mutig, zaudernd oder auch mal abwehrend in ihrer Badekleidung am Beckenrand Aufstellung nehmen, oder sich mit gymnastischen Übungen auf das Wasser vorbereiten. Ohne dabei ihren Humor zu verlieren erzählen sie direkt und aufrichtig von ihren Träumen und dem, was sie im Leben bisher davon abgehalten hat, Schwimmen zu lernen. Ihr Mut und ihr Wille, die Herausforderung jetzt noch anzunehmen, beweist, dass es hier nicht allein ums Schwimmen geht – es geht um Leben.

Marion Tuor

MARION TUOR studierte Montage an der Nationalen Dänischen Filmschule in Kopenhagen. Sie schneidet seit 2007 als freie Filmeditorin insbesondere Kinodokumentarfilme, sowie Spiel- und Kurzfilme. Zahlreiche Arbeiten von ihr wurden für Festivals wie TIFF, IDFA und CPH:DOX ausgewählt. „At Home in The World“ von Andreas Koefoed gewann 2015 den „IDFA Award for Best Mid-Length Documentary“. „Heartbound“ von Janus Metz und Sine Plambech, wurde 2018 am Zurich Film Festival als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. „Trockenschwimmen“ von Susanne Kim feierte 2016 im deutschen Wettbewerb auf der DOKwoche in Leipzig Premiere.

Filmografie

MONTAGEFORUM 23.1.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

„(M)OTHER“ (D 2018, 88 Minuten)

Regie: Antonia Hungerland // Montage: Antonella Sarubbi

Muttersein ist das Natürlichste auf der Welt. So scheint es. Doch die Ansprüche an Frauen mit Kindern waren selten
so überladen und widersprüchlich wie in der heutigen westlichen Welt. Auf Glücksversprechen folgen oft Benachteiligungen, Überforderungen und Schuldgefühle. Die Mutter ist zu einem künstlich glorifizierten Ideal geworden, das dennoch oft mit der „Natur der Frau“ legitimiert wird. Dabei leben wir längst in einer Zeit, in der drei Menschen von sich behaupten könnten, die Mutter desselben Kindes zu sein: Eizellspenderinnen geben ihre Gene zur Zeugung von Kindern, Leihmütter tragen Babys aus, die sie unmittelbar nach der Geburt abgeben und auch Männer ziehen
Kinder groß – ganz ohne Frau an ihrer Seite. Es stellt sich also die Frage:
Was macht einen Menschen überhaupt zu einer richtigen Mutter?

In einem persönlichen und kaleidoskopartigen Gedankenspiel begegnet die Regisseurin Antonia Hungerland vielfältigen Menschen, von denen niemand dem verinnerlichten Bild einer richtigen Mutter zu entsprechen scheint. (M)OTHER ist eine poetisch dokumentarische Entdeckungsreise,
die gesellschaftlich hochaktuelle und zukunftsweisende Fragen aufwirft.

Antonella Sarubbi

Antonella Sarrubi zog 2009 nach Berlin, wo sie an der selbstorganisierten Filmschule filmArche e. V. im Studiengang Montage tätig war. 2012 begann sie ihr Studium an der damaligen HFF Babelsberg. An der Filmuniversität Babelsberg ist sie derzeit Studentin im Master künstlerische Filmmontage. Während des Studiums hat sie mehrere Langfilme geschnitten, die auf internationalen Festivals gezeigt wurden. (M)other ist ihr Abschlussfilm.

Filmografie Auswahl:
COSTANTINO – almost together“ (AT), in produktion, voraussichtlich 90min, Regie Rocco Di Mento, 
Produktion Filmuniversität Babelsberg

(M)other„, 90min, 2018, Regie Antonia Hungerland, co-Produktion Filmuniversität Babelsberg, Medienboard und RBB
Premiere in DokLeipzig 2018

Vanatoare“ 75min, 2016, Regie Alexandra Balteanu, DFFB Berlin
Premiere in San Sebastian Filmfestival 2016 – New Directors Award.
Max Ophüls Filmfestival 2017 – Filmpreis der saarländischen Ministerpräsidentin und Preis der Ökumenischen Jury

Erst die Arbeit“ 80 min, 2016, Regie Marlene Blumert, Filmuniversität Babelsberg

Wanja“ 90 min, 2015, Regie Carolina Hellsgard, Produktion Flickfilm Berlin
Premiere at the Berlinale 2015 – Perspektive Deutsches Kino

offizielle website zum Film (M)other

MONTAGEFORUM 30.1.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Human Flow“ (D 2017,140 Minuten)

Regie: Ai Wei Wei // Montage: Niel Pagh Andersen

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Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlasen, um vor Hunger, Klimawandel und Krieg zu fliehen.

HUMAN FLOW ist eine epische filmische Reise des international renommierten Künstlers Ai Weiwei, in der er dieser gewaltigen Völkerwanderung ein bildgewaltiges und eindrucksvolles Gesicht gibt. Der Dokumentarfilm beleuchtet das erschütternde Ausmaß dieser Bewegung ebenso wie ihre zutiefst persönlichen Auswirkungen auf den Einzelnen.Im Verlauf eines ereignisreichen Jahres folgt der Film einer Reihe von bewegenden Geschichten von Menschen rund um die Welt durch 23 Länder, u.a. Afghanistan, Bangladesch, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Irak, Israel, Italien, Kenia, Mexiko und Türkei. Der Film begleitet die Menschen auf ihrer verzweifelten Suche nach Sicherheit, Schutz und Gerechtigkeit: von überfüllten Camps über lebensgefährliche Meeresüberquerungen zu von Stacheldraht bewehrten Grenzen; von Vertreibung und Desillusionierung zuMut, Ausdauer und Anpassung; von der quälenden Erinnerung an das zurückgelassene Leben zu unsicheren Zukunftsaussichten.

HUMAN FLOW erscheint in einer kritischen Zeit, in der Toleranz, Mitgefühl und Vertrauen mehr denn je gebraucht werden. Der eindringliche Film ist ein Zeugnis für die Unantastbarkeit der menschlichen Würde und wirft eine der Fragen auf, die prägend für dieses Jahrhundert sein werden: Wird unsere globale Gesellschaft es schaffen, sich von Furcht, Isolation und Eigennutz zu lösen und einen Weg der Offenheit, Freiheit und des Respekts für Menschlichkeit einschlagen?

Momas Schütze

Momas Schütze ist ein in Berlin ansässiger Filmeditor. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Mediengestalter für Ton und Bild im Jahr 2009 studierte er Montage an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. 2016 erhielt Momas erfolgreich sein Diplom. Seit 2009 ist er als freier Filmeditor tätig.

FilmografieAuswahl:
„HUMANFLOW“(2017),
„Gewitterzellen“(2015),
„Kulturkosmos–FUSIONFestival“(2015),
“OpenCage“(2012)

www.momas.film

 

 

MONTAGEFORUM 9.1.2019 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

ER SIE ICH“ (D 2017,88 Minuten)

Regie: Carlotta Kittel // Montage: Andrea Herda Muñoz und Carlotta Kittel

Zwei Menschen, zwei Wahrnehmungen, zwei Erinnerungswelten. Liebten sich Angela und Christian? Waren sie fest zusammen? Welche Erwartungen hatten sie aneinander? Auf alle Fragen gibt es zwei widersprüchliche Antworten. Fest steht: Die beiden lernten sich 1986 in Berlin kennen. Als Angela schwanger wurde und sich für das Kind entschied, brach der Kontakt ab.

25 Jahre später stellt die Tochter eine Kamera auf. Sie interviewt Christian, sie interviewt Angela. Dann spielt sie ihnen die Aufnahmen der/des jeweils anderen vor. Und plötzlich entsteht eine Dynamik zwischen den beiden Eltern, ohne dass sie sich tatsächlich begegnen. Das Vergangene wird im Spiegel des Hier und Jetzt neu aufgerollt. Zwischen die gefühlten Wahrheiten mischen sich wahre Gefühle.

ER SIE ICH ist ein Film über die Macht, die eigene Geschichte zu erzählen, und die Machtlosigkeit, eine zweite Version dieser Geschichte zu verhindern. Ein Gespräch, das nie geführt wurde.

 

Andrea Muñoz

Andrea Muñoz wird 1987 in San Miguel de Allende/Mexiko geboren und wächst in Mainz auf. 2013 beginnt ihr Studium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Bereich Montage. 2018 erhält sie den Deutschen Kamerapreis in der Kategorie Nachwuchs für ihre Arbeit im Dokumentarfilm „ER SIE ICH“.
In ihrer Studienzeit montiert sie unter anderem den Kurzfilm „Meinungsaustausch“ (2016), der auf der Berlinale in der Sektion Perspektive Deutsches Kino 2016 zu sehen ist und ein Jahr später den Short Tiger erhält, sowie „Rå“ (2018), ebenfalls Berlinale-Beitrag in der Sektion Perspektive Deutsches Kino und nominiert für den Deutschen Kurzfilm Preis 2018.
Seit Anfang 2018 ist Andrea Muñoz Mitglied von Pro Quote Film e.V. und Mitglied im BFS – Bundesverband Filmschnitt Editor e.V..

 

Carlotta Kittel

Carlotta Kittel wurde 1988 in Berlin geboren. Nach dem Abitur begann sie ihr Montagestudium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, welches sie 2013 mit dem Diplom abschloss. Während des Studiums verbrachte sie ein Auslandsjahr an der PWSFTviT, der Filmhochschule in Łódź (Polen), wo sie auch eigene Kurzfilme realisierte (u.a. Mit langen Haaren bist du schöner, Premiere Kasseler Dokfest 2012). Seit 2013 ist Carlotta als freie Editorin für Spiel- und Dokumentarfilme tätig. Ihr Kinodebüt als Editorin, die Romanverfilmung Die Mitte der Welt (Regie: Jakob M. Erwa), wurde mehrfach ausgezeichnet. Von 2013-16 absolvierte sie ein Meisterschülerstudium an der Filmuniversität Babelsberg, in dessen Rahmen der Dokumentarfilm ER SIE ICH entstand, der im März 2018 in Deutschland ins Kino kam. Carlotta ist Mitglied im BFS – Bundesverband Filmschnitt Editor, in der AG Dok und bei Pro Quote Film.

https://www.facebook.com/ER.SIE.ICH.Film

 

MONTAGEFORUM 12.12.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Die vergessene Armee“ (BRD 2017,88 Minuten )

Regie//Signe Astrup, // Montage//Ruth Schönegge

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Mit der DDR verschwand auch die Nationale Volksarmee. Der Dokumentarfilm „Die vergessene Armee“ zeigt, wie sich die Veteranen mit der Bundesrepublik, dem einstigen Klassenfeind, arrangiert haben. Eine differenzierte Studie über die Langlebigkeit von Ideologie und Verlusterfahrungen.

Was wurde aus den 180.000 NVA-Soldaten?

Das fragte sich auch die dänische Filmemacherin Signe Astrup. In ihrer Doku untersucht sie, wie die Soldaten heute leben, die bis zur Vereinigung beider deutscher Staaten in der selbsternannten „Armee des Friedens“ dienten. Es geht um einen beträchtlichen Personenkreis: Die Stärke der NVA lag zuletzt bei rund 180.000 Mann. In die Bundeswehr übernommen wurden nur rund 11.000. Doch was wurde aus dem Rest? Wie sehen diese Männer ihre Armee und die DDR heute? Welche Prägungen aus dieser Zeit wirken fort? Wie haben sie sich in dem anderen politischen System eingerichtet? Signe Astrup traf die Veteranen unter anderem auch an jenen Orten, wo sie meist unter sich sind. Sei es bei Wehrsportübungen im Wald, beim probeweise Exerzieren oder auch beim Festakt zum 60. Geburtstag der NVA in einer Mehrzweckhalle weit draußen in Mecklenburg.

Manch einer Szene wohnt eine unfreiwillige Komik inne, doch werden diese mitunter zutiefst frustrierten Menschen keinesfalls als lächerliche Fossilien ausgestellt. Ebenso wenig entschuldigt der Film die Taten und Einstellungen der Protagonisten. Wohl aber wirbt er dafür, es sich beim Blick auf eine Gruppe, die viel zu groß ist, um ignoriert zu werden, nicht zu einfach zu machen.

About Ruth Schönegge

LEBT UND ARBEITET IN BERLIN.
1997-2000 Studium der Psychologie an der FU Berlin
2000 Praktikum Webdesign bei city.scope
2000-2002 Studium Mediendesign bei L4
2002 Diplom Mediendesign
freiberufliche Editorin/Mediendesignerin
Dozententätigkeit:
L4 – Institut für digitale Kommunikation
UdK Berlin
2005-2010 Studium der Montage an der
Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Babelsberg
März 2011 Abschluss Diplomschnittmeisterin
2011-2013 Lehrkraft im Studiengang Montage an der
Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Babelsberg
seither freie Filmeditorin

Dozentin für Filmmontage:
Filmuniversität Konrad Wolf
Royal Danish Academy of Fine Arts Copenhagen

Filmografie