MONTAGEFORUM 31.01.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

“Atomic Blonde” USA 2017

Regie // David Leitch // Montage // Elísabet Ronaldsdóttir

Atomic Blonde Plakat

Die Hauptdarstellerin und Mitproduzentin Charlize Theron hatte sich einen Actionfilm gewünscht, der von seiner weiblichen Hauptfigur getragen wird und eventuell in einer Art weiblichen Jason-Bourne-Filmreihe mündet. Mit David Leitch konnte man einen der beiden Regisseure des erfolgreichen Actionfilms John Wick gewinnen und für den Soundtrack zeichnete sich Tyler Bates verantwortlich, der diese Aufgabe auch bei John Wick übernommen hatte. Neben einem Song von Marilyn Manson ist diesmal vor allem Musik aus den 1980er Jahren zu hören, wobei aus rechtlichen Gründen nicht immer die Originalversionen verwendet wurden. Die Kampfszenen spielte die Hauptdarstellerin fast alle selbst und wurde nur selten von der kanadischen Stuntwoman Monique Ganderton gedoubelt. Dafür hatte Theron drei Monate lang täglich fünf Stunden trainiert. Die Aufnahmen zum Film begannen Ende November 2015, wobei er in 51 Drehtagen vorwiegend in Budapest gedreht wurde.

zu Gast // Sophie Rieger – Filmkritikerin

und Betreiberin des Blogs logo_filmlöwin

Ihre Kritik zu Atomic Blonde auf FILMLÖWIN

Auf FILMLÖWIN geht es primär um die Vorstellung „weiblich* dirigierter“ Filme. Professionalität versteht sich dabei von selbst: keine Vorschusslorbeeren für Geschlechtsgenossinnen. Im Gegenteil: Frauen* hinter der Kamera verdienen genauso eine faire und ehrliche Kritik wie Männer*. Und jedwede Kritik, egal ob positiv oder negativ, ist eine Sichtbarmachung, weshalb ich davon überzeugt bin, dass auch eine kritische Auseinandersetzung der Sache hilft. Daneben ist es mein erklärtes Ziel, weibliche* Filmschaffende unterschiedlicher Professionen auch durch Interviews und Portraits vorzustellen und in thematischen Artikeln über Rolle und Position der Frau* vor und hinter der Kamera zu schreiben.

Außerdem befasse ich mich mit der Darstellung der Frau* im Film. Nicht jeder Film über eine Frau* ist auch „emanzipatorisch wertvoll“. In diesem Zusammenhang bespreche ich Arthaus- wie auch Blockbusterfilme. Nicht die Frage, ob ein Film sehenswert ist, steht dabei im Vordergrund, sondern die Einschätzung  des Films in seinem gesellschaftlichen Kontext unter besonderer Berücksichtigung der entsprechenden Geschlechterpolitik.

filmloewin-aktuell-klein@ Wiebke Detemple
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MONTAGEFORUM 17.01.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Fighter

Regie// Susanne Binninger   Montage//Chris Wright

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LEON, BIG DADDY und THE WARRIOR sind moderne Gladiatoren. Sie dürfen nicht altern, sich nicht verletzen – und eigentlich auch nicht verlieren. Sie kämpfen im Käfig. Weil sie es wollen. Und weil andere das sehen wollen.

Lom-Ali Eskijew, Andreas Kraniotakes und Khalid Taha sind Profis in Mixed Martial Arts (MMA). Sie prügeln sich im Zweikampf, auf offener Bühne, mit allen erlaubten Mitteln. Sie gehen an Grenzen – und überschreiten sie: die ihres Körpers, gesellschaftliche Regeln, moralische Tabus. Damit verbunden sind extreme Gefühlszustände: bei den Kämpfern, ihren Unterstützern und Fans, aber auch bei den Gegnern.

MMA wird in Deutschland kontrovers diskutiert – die Debatte ist emotional aufgeladen. Die Kämpfer stehen unter großem Druck und wollen als Sportler anerkannt werden. Dafür trainieren sie hart und leben asketisch.

Preisträger Kategorie Schnitt //Deutscher Kamerapreis 2017

Begründung der Jury:
Chris Wright schafft es mit seiner Montage, ein offensichtlich aggressives Thema liebevoll umzusetzen. (…). Wenn der Blick auf dem Protagonisten verweilt, ist der Zuschauer Teil der emotionalen Welt. Humorvoll und emphatisch spiegelt der Schnitt das aufrichtige Interesse an Menschen wider und bricht mit Vorurteilen. Die meisterhafte Tongestaltung zieht uns in die Innenwelten der Kämpfer. Chris Wright beherrscht die Tempi-Wechsel, die immer von der dramaturgischen Notwendigkeit motiviert sind. Die vielschichtigen Wechsel zwischen Alltags- und Kampfsituationen lassen uns die Gefühlsachterbahnen unserer Hauptfiguren hautnah miterleben.

Chris Wright

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Chris Wright wurde 1972 in Radcliffe in Großbritannien geboren. Nach der Schulausbildung absolvierte er ein geisteswissenschaftliches Studium in Cambridge. Danach arbeitete er als Übersetzer und studierte Filmmontage an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, wo er 2003 seinen Abschluss machte. Seitdem ist er als Hörspielautor, freier Dokumentarfilmer und Editor tätig. Seit 2011 ist er zusätzlich Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Chris Wright realisierte die Hörstücke „Kleinstheim“ (2011) und „Pfarrer“ (2015) sowie die Dokumentarfilme „Pfarrer“ (2014) und „Mutterglück“ (2016). Hier war Wright nicht nur für den Schnitt verantwortlich, sondern gemeinsam mit Stefan Kolbe auch für Buch und Regie.

Website von Kolbe-Wright

MONTAGEFORUM 13.12.2017 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Poets of Life

Regie // Montage  Shirin Barghnavard

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Shirin Parsi ist keine gewöhnliche Reisbäuerin. Nach dem Erhalt ihres Abschlusses in französischer Literatur an der Universität von Paris kehrte sie in den Iran zurück und beschloss, nicht in der Hauptstadt Teheran zu leben. Ihr Mann hatte Land in Shanderman geerbt, einem Dorf in der Nähe des Kaspischen Meeres, also sie zog dort hin und begann Reis anzubauen.

Iran 2017, 73 min

ZuGast// Shirin Barghnavard

Die in Tehran geborene Shirin Barghnavard ist Filmregie Absolventin der Sooreh University, Tehran und hat einen Abluss in „Screen“ [audiovisuelle Medien] vom Central Institute of Technology, Australien. Barghnavard hat seit 1999 vielfach ausgezeichnete dokumetarische Kurz- und Langfilme wie PROFESSION: DOCUMENTARIST (2014), SCENES FROM A DIVORCE (2015) und POETS OF LIFE (2017) gedreht. Sie hat zahlreiche Dokumentarfilme, darunter HEY HUMANS (2016) vom iranischen Filmemacher Rakhshan Bani Etemad und Firoozeh Khosrovanis preisgekrönter Film FEST OF DUTY (2014), editiert.

Zusammen mit einem Kollektiv von Filmemacherinnen hat sie 2014 den Film PROFESSION: DOCUMENTARIST realisiert. Aus der Perspektive von sieben Filmememacherinnen in Teheran, werden darin die Arbeitsbedingungen von Filmschaffenden während der Wahlen und der politischen und ökonomischen Krise im Iran thematisiert.

In ihren Dokumentarfilmen verbindet Shirin Barghnavard allgemeine soziale Fragen mit spezifischen Untersuchungen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft.

MONTAGEFORUM 29.11.2017 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Man for a Day

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Montage // Friederike Anders // Jana Teuchert

Regie // Katarina Peters //

Man for a Day – mit dem Körper denken

Teilnehmende Beobachtungen in einem Workshop der Performance-Künstlerin und Gender-Aktivistin Diane Torr. Wo und wann wird die geschlechtliche Identität formatiert? Ein soziales Labor-Experiment mit offenem Ausgang.

(http://manforaday-film.com/inhalt.html)

Über 30 Jahre verband mich eine enge Freundschaft mit der Performance Künstlerin und Gender-Aktivistin Diane Torr. Als wir uns kennen lernten, zog sie gerade von Schottland nach New York und arbeitete als Go- go Tänzerin um sich durchzuschlagen. Seither erforschte sie in Theorie und Praxis Aspekte von Sexualität und Gender-Identität. Mit ihren Performances und dem von ihr seit 1989 entwickelten workshop: „Man for a Day – Gender Verhalten und Kodifizierung von Gestus“ ist sie eine der bedeutendsten Wegbereiterinnen einer weltweiten „Drag King Kultur“.
Ihr Lebenswerk kreist um die Fragen:
Was macht den Mann zum Mann, was macht die Frau zur Frau?
Wie werden wir „GE-GENDERED“?
Über  25 Jahre hatte Diane Torr mit ihrem workshop Hunderte von Frauen in die Geheimnisse des Mannseins eingeweiht und gezeigt, wie sie sich in den Mann ihrer Wahl verwandeln können. Ist es möglich Freiheiten zu schaffen und Grenzen zu überschreiten bezüglich dessen, was eine „Frau“ oder ein „Mann“ kann oder nicht kann, zunächst im Rahmen einer spielerischen Situation und dann im realen Leben?Was sind die Ursprünge von Gender-Identität?

Katarina Peters

Diane Torr ist im Mai 2017 verstorben, sie wäre am 10. November 69 Jahre alt geworden.

Friederike Anders bfs-logo-header

Friederike Anders

Ausbildung:

HfbK Hamburg1978-80: Bildende Kunst, San Francisco Art Institute 1980-81: Video und Performance, Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin/ dffb 1983-88 (Absolventin), ifs Köln 2012: Fortbildung Interactive Media

WEITERE ANGABEN:

Editorin und Schnittdramaturgin seit 1999, freiberufliche Dozentin für Videoschnitt und Montagetheorie seit 1993, außerdem Arbeiten als Regisseurin und Autorin

SCHWERPUNKTE:

Dokfilm: Essay, Portrait, Politik, Geschichte, Kunst

AUSZEICHNUNGEN / PREISE:

Silberne Taube Leipzig 2004: Am Seidenen Faden (R.: Katarina Peters) |
Nominierung Schnittpreis Film+ 2005: Weltmarktführer (R.: Klaus Stern) |
Grimmepreis 2006: Weltmarktführer |
Hessischer Filmpreis 2008: Lawine (R.: Klaus Stern) |
Hessischer Filmpreis 2009: Henners Traum (R.: Klaus Stern) |
Grimmepreis 2010: Henners Traum |
Helmut Schmidt Journalistenpreis 2012: Versicherungsvertreter (R.: Klaus Stern)

mehr auf bfs-filmeditor.de und transmediale.de

Jana Teuchert

Jana Teuchert

Ausbildung:

1987 – 1990

Facharbeiterausbildung mit Abitur1990 – 1992
Umschulung am DIDACTICA Institut für Wirtschaft und Sprachen
1992 – 1997
Projekt-Koordinatorin in der Chemnitzer Filmwerkstatt Praktikum/Volontariat, anschl. Festanstellung als Cutterin bei der Sachsen Fernsehen GmbH & Co. KG
freie Mitarbeit beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)
Festanstellung bei der Media & Communications Systems GmbH (MCS)
1997 – 2005
Studium im Studiengang Montage an der Filmuniversität Babelsberg
Abschluss: Diplom
daneben Assistenzen und freie Mitarbeit u.a. bei MDR, MCS, Elektrofilm Postproduction Facilities GmbH, Euroarts Medien GmbH, Condor Digital Media GmbH
freie Mentorentätigkeit (Projektbetreuung und Workshops) in der Chemnitzer Filmwerkstatt
Montage (AUSWAHL)
Dokumentation/Reportage
DIE KINDER VON FERDI HOME R: Detlev F. Neufert. Dokumentation, 68 min.
GMMA German Myanmar Media Association / Myanmar Foundation 2017
SABAI, SABAI, DEUTSCHLAND R: Detlev F. Neufert. Filmische Portraits, 35 min.
GTMA German Thai Media Association / Goethe Institut 2016DIE GRÖSSTE FAMILIE DER WELTR: Marita Neher. Dokumentation, 43 min. Hanfgarn & Ufer Filmproduktion / ZDF / Arte 2014
MÜTTER & TÖCHTER – GELIEBTE FEINDINNEN R: Marita Neher, Irene Höfer. Dokumentation, 70 min. Medea Film / NDR / ARTE 2012
HEAVENS MEADOW – THE SMALL WONDERS OF BAAN GERDA R: Detlev F. Neufert. Dokumentation, 90 min. Beitrag zur Welt-AIDS-Konferenz 2004 GTMA 2004
STRAND DER HOFFNUNG R: Nico Mesterharm. Reportage, 45 min. Krossover Media / WDR 2005
Installation/Collage
MAUERSTÜCKE R: Marc Bauder. Installation entlang der LICHTGRENZE, 30 / 10 / 5 min. Archiv-Recherche. Montage gemeinsam mit Janine Dauterich, Kai Minierski Bauderfilm / Kulturprojekte 2014
Dokumentarfilm
MAN FOR A DAY R: Katarina Peters. Dokumentarfilm, 96 min.
Montage gemeinsam mit Friederike Anders
Katarina Peters Filmproduktion / ZDF – Das kleine Fernsehspiel 2012
NACH DER REVOLUTION R: Dörte Franke und Marc Bauder. Dokumentarfilm, 91 min. Bauderfilm / ZDF / 3SAT 2010STOLPERSTEINR: Dörte Franke. Dokumentarfilm, 73 min, TV-Fassung 52 min. Hanfgarn & Ufer Filmproduktion / Troika Entertainment /
NDR / ARTE / WDR / ORF 2008
DIESER EINE GEMEINSAME TAG R: Beate Kunath. Dokumentarfilm, 96 min. [bi:kei] productions / filmkombinat 2013
WILL EINMAL BIS ZUR SONNE GEH’N R: Petra Mäussnest. Dokumentarfilm, 84 min.
Petra Mäussnest / ZDF – Das kleine Fernsehspiel 2002
Kurzfilm/Experiment
DIE TREPPE R: Jan Oechsner. Kurzfilm, 10 min.
Jan Oechsner / Chemnitzer Filmwerkstatt 2017
IM SOMMER SITZEN DIE ALTEN R: Beate Kunath. Kurzfilm, 20 min.
[bi:kei] productions / Chemnitzer Filmwerkstatt 2009
INSOMNIA 1.2 Found Footage Video-Wallpaper, 13 min.
Nico Mesterharm, Jana Teuchert / Meta House Productions 2005
UNSQUARE DANCE Found Footage Experimentalfilm, 2:30 min. Jana Teuchert 2003
work-in-progress
FERDI HOME R: Detlev F. Neufert. Dokumentarfilm, Festivalfassung 90 min. GMMA / Myanmar Foundation
HARD EDGE IS OUT -Vom Erfolg und Scheitern in der Kunstwelt (AT) R: Katarina Peters. Dokumentarfilm, 90 min. Katarina Peters Filmproduktion seit 2015

 

MONTAGEFORUM 22.11.2017 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

GRAND JETÉ

Grand jete

Regie und Choreografie // Paula E.Paul

Regie und Montage // SirkoKnüpfer

Das umgangssprachliche „Hängen in der Luft“ wird in diesem Tanztheaterstück „GRAND JETÉ“ wörtlich genommen und es beschreibt zugleich ein Lebensgefühl. Drei junge Artisten erzeugen Flug- und Schwebebilder, getanzt auf zwei Trampolinen. Auf zwei Leinwänden sind ehemalige Berufstänzer, sowie eine aktive Siebzigjährige Tänzerin zu sehen, die sich an Momente in der Luft erinnern. Sie berichten von Erfahrungen, die sie aus dem Tanz in den neuen Beruf mit genommen haben. Sie wurden Wissenschaftlerin, Ärztin, Managerin, oder Bademeister. Dessen großer Sprung folgte ganz der Neugier: „Mal sehen, was das Leben will, wenn man nicht sagt, was es soll.“Ein Film-und Tanztheaterstück über Absprünge, Landungen und die Migration von Erfahrung.

Vorfilm: VOYAGE–VOYAGE

Ein „Choreographic Capture“ im 60-Sekunden Format. Seltsame Kreaturen bewegen sich auf Segways durch den urbanen Raum, die Choreografie der sich lautlos mechanisch bewegenden Körper wird durch den Schnitt verstärkt. Der kleine, in sich geschlossene Film vermag es, durch seine Dramaturgie und sein humorvolles, erstaunliches Bewegungsszenario innerhalb kurzer Zeit diese drei absurden Figuren – sind es Zeitreisende, Extraterrestrische oder Sinnsuchende? – auf eine Reise zu schicken. Auf

dieser Reise begegnen ihnen Menschen und Objekte, die sich ebenfalls fortbewegen, und irgendwie scheinen alle auf dem gleichenWeg zu sein. Zum Glück?Aber ist das nicht absurd?

 

Zu Gast // SirkoKnüpfer

Sirko Knüpfer studierte an den Kunsthochschulen Halle/Saale, Glasgow und Karlsruhe. Ab 1997 war er mit dem Künstlerkollektiv HENRY VI’s WIVES im internationalen Kunstkontext präsent. Als Medienkünstler inszenierte er Arbeiten für Film und Theater. Über die Dokumentation der Produktionen von Sasha Waltz & Guests begann ab 2004 eine intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Tanz und eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit der Choreografin Paula E. Paul. Unter dem gemeinsamen Produktionslabel KOMBINAT kombiniert Tanz und Film entstanden seit 2009 über 15 Produktion im Innen und Außenraum. Als Filmeditor montierte er u.a.„Hackney Lullabies“ (Kyoko Miake, BTA-Award Berlinale 2010) und „Sergej in der Urne“(Boris Hars-Tschachotin, BLM Filmpreis Dokfest München 2010)

MONTAGEFORUM 15.11.2017 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

RawChicksBerlin“ // Regie und Montage//BeateKunath

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„Warum stehen hier eigentlich keine Frauen an den Reglern?“ Eine Frage, die sich häufiger als gewollt aufdrängt,wenn man sich in der männlich dominierten elektronischen Musikszene bewegt. Im Fall von Beate Kunath entwickelte sich aus dieser Frage zunächst die Partyreihe „RawChicks“, die sie und ihre Partnerin Eléonore Riedel mit Unterstützung eines Clubbetreibers aufzogen. So stieß sie über die Jahre auf eine enorme Bandbreite von Musikproduzentinnen, die sie nun in ihrer Dokumentation einem größeren Publikum zugänglich machen will.

BeateKunath: „Die ersten DJs wie Em Pathie oder Spunky Sue kamen noch aus dem Umfeld des Clubs. Sie brachten dann befreundete DJs mit, später durchforsteten wir Soundcloud, Youtube, und female:pressure”, erklärt Kunath. So stieß sie über die Jahre auf eine enorme Bandbreite von Musikproduzentinnen, die sie nun in ihrer Dokumentation einem größeren Publikum zugänglich machen will. „Der eigene Sound ist mir wichtig, ob er nun kraftvoll ist, verfinstert oder rhythmisch. Manchmal ist er auch unbequem. Aber die visuelle Umsetzung von Sound, das Experimentieren und Improvisieren, hat mich bei all diesen Künstlerinnen überzeugt und auch auf eine Weise emotional berührt.”

 

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Beate Kunath entdeckte 1986 ihre Liebe zum bewegtem Bild beim Chemnitzer Filmclub e.V. und hilft zunächst bei der Organisation und Kuration einer wöchentlichen Filmreihe. Parallel arbeitet sie als medienpädagogische Mitarbeiterin im Jugendamt und begann 1996 bei der Chemnitzer Filmwerkstatt (http://www.filmwerkstatt.de). Es entstehen erste eigene Filme. Der Kurzfilm “forbidden fruit” erhält 2001 den Teddy-Jury-Preis bei den 51. Internationalen Filmfestspielen Berlin und 2001 den Femmedia Kurzfilm Preis identities – Queer Filmfestival Wien. Ein erstes Langfilmprojekt „Dieser eine gemeinsame Tag“ 96min. ist nach fünfjähriger Arbeit 2013 abgeschlossen. Ihre Arbeiten beziehen sich immer auf ein dokumentarisches Element und sind geprägt von einer nachdenklichen, oftmals poetischen Langsamkeit.
Seit 2004 ist sie selbstständig als Filmemacherin mit Referenzen im Bereich Regie, Kamera und Schnitt tätig. Sie lebt in Chemnitz und Berlin. 2013 ist sie Mitinitiatorin der RAW CHICKS – Veranstaltungsreihe in Berlin.

 

Wir freuen uns auf Euch!

Sirko & Susanne

MONTAGEFORUM 08.11.2017 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

 zu Gast // Heike Parplies “Toni Erdmann

BRD 2016, 162 min Regie// Maren Ade

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Peter Simonischek (Oktober November, Der kleine Diktator, Hierankl) ist TONI ERDMANN und er ist Winfried, 65, ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, der mit seinem alten Hund zusammenlebt. Seine Tochter Ines – gespielt von Sandra Hüller (Über mir das All, Finsterworld, Requiem) – ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren.
Da Winfried zu Hause also nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Statt sich anzukündigen, überrascht er sie mit Scherzgebiss und Sonnenbrille in der Lobby ihrer Firma. Ines bemüht sich, gute Miene zu machen und schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. Winfried nervt seine Tochter mit lauen Witzen und unterschwelliger Kritik an ihrem leistungsorientierten Leben zwischen Meetings, Hotelbars und unzähligen E-Mails. Vater und Tochter stecken in einer Sackgasse, und es kommt zum Eklat zwischen den beiden.

Doch statt, wie angekündigt, Bukarest zu verlassen, überrascht Winfried Ines mit einer radikalen Verwandlung in Toni Erdmann, sein schillerndes Alter Ego. Mit schiefem Gebiss, schlechtem Anzug und Perücke ist Toni wilder und mutiger als Winfried und nimmt kein Blatt vor den Mund. Toni mischt sich in Ines‘ Berufsleben mit der Behauptung ein, der Coach ihres Chefs zu sein, und startet einen Amoklauf aus Scherzen. Überraschend lässt Ines sich auf sein Angebot ein, und Vater und Tochter machen eine verblüffende Entdeckung: Je härter sie aneinander geraten, desto näher kommen sie sich.

 parplies © Zorana Musikic

Heike Parplies

studierte nach ihrem Abitur Medienwissenschaften an der Philipps Universität Marburg. Nach verschiedenen Praktika in der Postproduktion arbeitete sie von 1999-2002 als Schnittassistentin, bevor sie sich als freie Editorin einen Namen machte. Zu ihren weit gefächerten Arbeiten gehören neben Spielfilmen auch Dokumentarfilme, Kunstinstallationen und Dokudramen. Für ihre Montage von “Der Wald vor lauter Bäumen” war Heike Parplies 2005 bei Filmplus für den Filmstiftung NRW Schnittpreis Spielfilm nominiert, 2009 gewann sie diesen für den Schnitt von “Alle Anderen”. Für ihre Arbeit an “Toni Erdmann” wurde sie 2017 u.a. mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

AUSWAHLFILMOGRAFIE

2017 Paradize’ 89. Spielfilm. Madara Dišlere.
2016 Tod einer Kadettin. TV-Spielfilm. Raymond Ley.
2015 Toni Erdmann. Spielfilm. Maren Ade.
2014 Meine Tochter Anne Frank. TV-Spielfilm. Raymond Ley.
2012 Besser Als Nix. Spielfilm. Ute Wieland.
2012 Fräulein Else. Spielfilm. Anna Martinetz.
2010 Rodicas. Dokumentarfilm. Alice Gruia.
2008 Alle Anderen. Spielfilm. Maren Ade.
2004 Der Wald vor lauter Bäumen. Spielfilm. Maren Ade.

AUSZEICHNUNGEN

2017 Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm für “Toni Erdmann” bei Filmplus 2017
2017 Deutscher Filmpreis für die beste Montage an “Toni Erdmann”
2009 Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm für “Alle Anderen” bei Filmplus 2009
2005 Nominierung Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm für die Montage an “Der Wald vor lauter Bäumen”, Filmplus 2005