MONTAGEFORUM am 25.05.2022

FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

Ouvertures

Regie // The Living and the Dead Ensemble

Montage // Louis Henderson

© The Living and the Dead Ensemble / Spectre Production

(UK / France 2020, 132 Min, Haitian Creole, French / engl. subtitles)

The Haitian revolution was a test case for the ideals of the French Revolution: What does the promise that all men are brothers who enjoy the same inviolable rights even mean as long as colonies and slavery exist? Nothing, according to the enslaved inhabitants of Haiti, who rebelled against the owners of the sugar cane plantations in 1791. In 1961, Antillean writer Édouard Glissant dedicated his play „Monsieur Toussaint“ to their leader Toussaint Louverture, which in turn serves as the basis for Ouvertures. Louis Henderson, Olivier Marboeuf and the theatre group The Living and The Dead Ensemble film themselves rehearsing the play in Port-au-Prince. The result is an experiment in three parts: a study retracing Louverture’s steps, an analysis of shared authorship and collective filmmaking and finally the outburst of a magical reality in which the spirits of the dead are alive.

by The Living and the Dead Ensemble
with Jude Joseph, Jephté Carmil, James Fleurissaint, Rossi Jacques Casimir, Dieuvela Cherestal, Cynthia Maignan, James Desiris, Léonard Jean Baptiste, Mackenson Bijou, Mimétik Nèg

zu Gast // Louis Henderson

„I was born in the cinema but started making films through the library. Now I have learned to sculpt films from clay and water – I have not yet reached marble, as I prefer to dirty my hands in the mud.“

Louis Henderson is a filmmaker who is currently trying to find new ways of working with people to address and question our current global condition defined by racial capitalism and ever-present histories of the European colonial project. The working method is archaeological. Henderson has shown his work at places such as; Rotterdam International Film Festival, Doc Lisboa, CPH:DOX, New York Film Festival, The Contour Biennial, The Kiev Biennial, The Centre Pompidou, SAVVY Contemporary, The Gene Siskell Film Centre, Gasworks and Tate Britain. His work is in the public collection of the Centre National des Arts Plastiques, France and is distributed by Lux (UK) and Video Data Bank (USA).

MONTAGEFORUM am 18.05.2022

FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH

Regie: Andreas Dresen // Montage: Jörg Hauschild
zu Gast: Jörg Hauschild

Quelle: Pandora Film Verleih, DFF, © Pandora Film, Foto: Luna Zscharnt
Meltem Kaptan, Alexander Scheer (v.l.n.r.) in „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (2022)

(Deutschland, USA, Türkei 2022, 119 Min, dt./ türkisch/ engl. >> Trailer)

Murat ist weg. Inhaftiert im US-Gefangenenlager Guantanamo.

Rabiye Kurnaz, Bremer Hausfrau und liebende Mutter, versteht die Welt nicht mehr. Geht zur Polizei, informiert Behörden und verzweifelt fast an ihrer Ohnmacht. Bis sie Bernhard Docke findet. Der zurückhaltende, besonnene Menschenrechtsanwalt und die temperamentvolle, türkische Mutter – sie kämpfen nun Seite an Seite für die Freilassung von Murat.

Papier ist geduldig, Rabiye ist es nicht. Eigentlich möchte sie nur zurück zur Familie in ihr Reihenhaus und wird doch immer wieder in die Weltgeschichte katapultiert. Sie zieht mit Bernhard bis vor den Supreme Court nach Washington, um gegen George W. Bush zu klagen. Bernhard gibt dabei auf sie acht. Und Rabiye bringt ihn zum Lachen. Mit Herz und Seele. Mit letzter Kraft.

Und am Ende geschieht, was niemand mehr für möglich hält.

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH ist die siebte gemeinsame Arbeit von Andreas Dresen (Regie) und Laila Stieler (Drehbuch). Ein Film über Recht und Willkür. Ein Film über Menschen, die über sich hinauswachsen. Mit überwältigender Präsenz und erdigem Alltagswitz gibt Meltem Kaptan als Rabiye Kurnaz ihr Kinodebüt. Alexander Scheer spielt mit geduldiger Zurückhaltung den Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke. In weiteren Rollen agieren Charly Hübner, Nazmi Kirik und Sevda Polat. RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH feiert Weltpremiere im Wettbewerb der 72. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2022.

Festivalpreise
Competition 2022
Silver Bear – Best Leading Performance
Silver Bear – Best Screenplay
Gilde Film Award – Best Film Competition

Website zum Film:
https://rabiye.film

Jörg Hauschild

Quelle: Bernd Gartenschläger

Seit seinem Studium als Diplom Tonmeister an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, welches er 1993 abschloss, arbeitet Jörg als freier Editor und als Komponist.

Filmografie (als Editor/Auswahl)

Schnittpreise

  • 2003: Spielfilm – Wolke 9 (Nominierung)
  • 2005: Spielfilm – Willenbrock (Nominierung)
  • 2009: Spielfilm – Halbe Treppe (Nominierung)
  • 2012: Spielfilm – Halt auf freier Strecke“ (Film- und Schnittpreis)[3]
  • 2019: Spielfilm – Gundermann (Nominierung)

MONTAGEFORUM am 11.05.2022

FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

Taste of Cement

Regie: Ziad Kalthoum // Montage: Alex Bakri, Frank Brummundt
// zu Gast: Alex Bakri

(Deutschland, Libanon, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar 2017, 85 Min, OF mit engl. UT >> Trailer)

In Beirut bauen syrische Bauarbeiter einen Wolkenkratzer, während gleichzeitig ihre eigenen Häuser zu Hause beschossen werden. Der Krieg im Libanon ist vorbei, aber der Krieg in Syrien dauert noch an. Die Arbeiter sind auf der Baustelle eingesperrt. Nach 19 Uhr dürfen sie die Baustelle nicht mehr verlassen. Die libanesische Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre für die Flüchtlinge verhängt. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist für diese syrischen Arbeiter das Loch, durch das sie am Morgen hinausklettern, um einen neuen Arbeitstag zu beginnen. Abgeschnitten von ihrem Heimatland versammeln sie sich nachts um einen kleinen Fernseher, um die Nachrichten aus Syrien zu empfangen. Gequält von Angst und Sorge, während sie unter dem Entzug der grundlegendsten Menschen- und Arbeitnehmerrechte leiden, hoffen sie immer wieder auf ein anderes Leben.

Festivals (Auswahl) Visions du Réel 2017, La Roche-sur-Yon International Film Festival 2017, Valetta Film Festival 2017, Göteborg International Film Festival 2017, Sarajevo Film Festival 2017, Zagreb Dox 2017, Filmfest Hamburg 2017, Human Rights Film Festival Zurich 2017, IDFA 2017, FICUNAM Film Festival 2018

Preise und Nominierungen (Auswahl) Nominierung Deutscher Filmpreis 2018, Kategorie Dokumentarfilm, Prix «Sesterce d’Or» – Visions du Réel 2017, Besondere Erwähnung – Festival du Film de La Valette 2017, Bester Dokumentarfilm – Mediteran Film Festival 2017, Großer Preis – Doc Alliance 2017, Bester Dokumentarfilm – BIAFF – Batumi, Georgien 2017, Bester Dokumentarfilm – Camden International Film Festival 2017, Goldener Schlüssel – Kasseler Dokfest 2017, Preis «Don Quixote» und Lobende Erwähnung – L’ALTERNATIVA – Festival de Cinema Independant de Barcelona 2017, Großer Preis und Publikumspreis – Ficunam Film Festival, Mexiko 2018, Beste Kamera – Global Cinema Film Festival 2018, Preis der Jury – Millenium Film Festival 2018

Alex Bakri

Alex Bakri wurde 1978 in dem palästinensischen Dorf Beane in Galiläa/Israel geboren und studierte Kino und Medien am „College of Technology and Media Instruction“ in Tel-Aviv.
Seitdem war er in fast allen Bereichen des Filmschaffens tätig (Dokumentarfilm+Fiktion):
Er sammelte Erfahrungen als Schauspieler in diversen Kinofilmen (u.a. „The Time That Remains“ 2009 von Elia Suleiman).
Seit 2007 führte er bei mehreren Kurzfilmen Regie (z. B. „Ajameyoun“ 2007, Festivals: Voices Festival Toronto, Other Israel Festival New York) und Videoinstallationen, dann arbeitete er als DOP und Kameramann (u.a. „Wajd“ 2014 von Firas Roby, Award: „Bester Film“ beim libanesischen „Tyre International Short Film Festival 2014″/ „Cinema Jenin“ (Dokumentarfilm) 2011 von Marcus Vetter, Auszeichnung: Deutscher Kamerapreis in der Sektion Schnitt 2012,Festivals: DIFF, IDFA) .
Als Filmeditor drehte er zahlreiche Kurzfilme und Videokunstproduktionen, danach arbeitete er als Cutter für das palästinensische Fernsehen Ramallah.
Seit 2013 arbeitet er als freier Mitarbeiter für deutsche Film- und Fernsehproduktionen (Firmen: Basis Berlin, Kurhaus Productions Baden-Baden) sowie für das deutsche Fernsehen (SWR Baden-Baden).
Er hat verschiedene Dokumentarfilme geschnitten, wie z.B. „Taste Of Cement“ von Ziad Kalthoum, der u.a. auf europäischen und internationalen Festivals den „European Doc Alliance Award 2017“ in Locarno gewann, für den Europäischen Filmpreis 2017 und den Deutschen Filmpreis nominiert war.

(https://www.alexbakri.com)

MONTAGEFORUM @ Sehsüchte am 21.04.2022

FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 18:00 UHR KINO 2115

PUSHING BOUNDARIES

Regie: Lesia Kordonets // Montage: Gesa Marten, Lesia Kordonets // zu Gast: Lesia Kordonets, Gesa Marten

(Schweiz 2021, 102 Min, OF mit engl. UT >> Trailer)

PUSHING BOUNDARIES begleitet Athlet:innen der ukrainischen paralympischen Nationalmannschaft, die durch die russische Annexion ihre Trainingsbasis auf der Krim verloren haben. Privat wie auch beruflich versuchen sie, sich den neuen historischen Verhältnissen anzupassen und weiter für ihre Qualifikation zu trainieren. Während um sie herum die politischen Grenzen verschoben und Menschen umgesiedelt werden, stossen die Athlet:innen an psychische und physische Grenzen, um an den internationalen Wettkämpfen ein Land zu vertreten, das durch die Abtrennung seiner Territorien invalide geworden ist.

PUSHING BOUNDARIES accompanies athletes of the Ukrainian Paralympic national team who lost their training base in Crimea due to the Russian annexation. Privately as well as professionally, they try to adapt to the new historical circumstances and continue to train for their qualification. While the political borders are being moved around them and people are being resettled, the athletes are reaching their mental and physical limits in order to represent at the international competitions a country that has become invalid due to the separation of its territories. (Dschoint Ventschr Filmproduktion)

Lesia Kordonets

Geboren in 1983 und aufgewachsen in einer abgelegenen Grenzregion der Ukraine, welche einst westlicher Vorposten der Sowjetunion war und nun östlichen Außengrenze der EU ist. Ukrainische Staatsbürgerschaft. Geprägt durch die politischen Turbulenzen in ihrer Heimat hat sie die Theodor-Heuss Kolleg Ausbildung gemacht – (Förderung demokratischer Verantwortung und öffentlichen Engagements in Osteuropa). 2008 Umzug in die Schweiz. In beiden Ländern realisiert sie Kurzfilme, welche weltweit Preise gewonnen haben. 2020 Abschluss Bachelor & Master in Film an der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künst, mit Schwerpunkten Schnitt und Regie. Ihre Diplomarbeit – ihr erster langer Dokumentarfilm PUSHING BOUNDARIES feierte Weltpremiere an der 52. Vision Du Reel und wurde mit dem ZONTA Award prämiert. (www.swissfilms.ch)

Born in 1983 and raised in a remote border region of Ukraine, which was once the western outpost of the Soviet Union and is now the eastern external border of the EU. Ukrainian citizenship. Influenced by the political turmoil in her homeland, she pursued Theodor Heuss College education – (promoting democratic responsibility and public engagement in Eastern Europe). In 2008 she moved to Switzerland. In both countries she realizes short films, which have won awards worldwide. 2020 Graduated Bachelor & Master in Film at ZHdK (Zurich University of the Arts, majoring in editing and directing. Her thesis – her first long documentary film PUSHING BOUNDARIES celebrated its world premiere at the 52nd Vision Du Reel and won the ZONTA Award.

Gesa Marten

Seit 1991 arbeitet Gesa freiberuflich als Filmeditorin und Dramaturgin. Ihr Interessenschwerpunkt liegt auf der Montage formatfreier Dokumentarfilme und Dokumentarserien. Sie wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet (Deutscher Fernsehpreis, Deutscher Kamerapreis und Filmplus Bildkunst Schnittpreis). Seit 2014 lehrt sie an der Filmuniversität.

Gesa Marten ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences AMPAS, der Europäischen Filmakademie EFA, der Deutschen Filmakademie, im Verband für Film- und Fernsehdramaturgie VeDRA sowie im Bundesverband Filmschnitt Editor BFS. Sie ist Gründungsmitglied von LaDOC FilmFrauenNetzwerk. (www.filmuniversitaet.de)

Since 1991 Gesa has been working as a freelance film editor and dramaturg. Her main interest lies in the editing of format-free documentaries and documentary series. She has received several awards for her work (German Television Award, German Camera Award and Filmplus Bildkunst Editing Award). She has been teaching at the Film University since 2014.

Gesa Marten is a member of the Academy of Motion Picture Arts and Sciences AMPAS, the European Film Academy EFA, the German Film Academy, the Association for Film and Television Dramaturgy VeDRA and the Federal Association Film Editing Editor BFS. She is a founding member of LaDOC, FilmWomenNetwork.

MONTAGEFORUM 19.01.22 // Filmuniversität Babelsberg // 17:00 Uhr // Kino 1101 und via Zoom

Videoessay@montageforum

zu Gast // Anna-Sophie Philippi & Maike Sarah Reinerth

Als Praxis an der Schnittstelle wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung gewinnen Videoessays international und interdisziplinär zunehmend Bedeutung. Doch was sind die Besonderheiten videografischen Arbeitens? Wie verändern Videoessays unsere Perspektive auf einzelne Filme, auf wissenschaftliche Methoden und künstlerische Ausdrucksformen?

Um darüber in einen interdisziplinären Dialog zu treten, haben Anna-Sophie Philippi und Maike Sarah Reinerth an der Filmuniversität 2021 das Forschungsprojekt Erkenntnis bilden. Videografisch-essayistische Forschung als Erkenntnisinstrument initiiert, unter dessen Dach im Herbst ein erster praxisorientierter Workshop stattfand. Im Rahmen des Montageforums zeigen wir einige der dort entstandenen videografischen Skizzen und diskutieren kreative und epistemologische Potenziale ebenso wie ethische und urheberrechtliche Fragen von Videoessays.

Anna-Sophie Philippi

Anna-Sophie Philippi, 1992 in Worms geboren. Nach einem Auslandsjahr in Brasilien und dem Abitur nahm sie 2011 das Studium der Medien- & Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim auf. Von 2015 bis 2018 studierte sie Medienwissenschaft (MA) an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. In ihrer 2019 begonnenen Promotion am Lehrstuhl für Mediengeschichte im Digitalen Zeitalter an der Filmuniversität Babelsberg beschäftigt Anna-Sophie Philippi sich mit dem brasilianischen Kino. Ihr Interesse gilt insbesondere Filmen der 1970er Jahre. 

Mit dem Kurzfilm GABI, der 2017 mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet wurde, nahm Anna-Sophie Philippi (Produzentin) im selben Jahr an der Berlinale teil. 2018 gründete sie gemeinsam mit Michael Fetter Nathansky und Virginia Martin die Produktionsfirma Contando Films, unter deren Dach die drei u.a. erfolgreich den Spielfilm SAG DU ES MIR (2019) realisierten.

Maike Sarah Reinerth

Maike Reinerth absolvierte ein Magisterstudium der Medienkultur und Deutschen Sprache und Literatur in Hamburg. Ihre Abschlussarbeit zu «Formen der Erinnerung im Spielfilm» wurde 2010 als Beste Magisterarbeit ausgezeichnet. Anschließend war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Filmwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (2010–2011), am Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg (2011–2017) und in der Stabsstelle Gleichstellung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (2018) tätig. Von 2017–2018 förderte das ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften ihre Dissertation zu «Figurationen des Subjektiven. Zur Darstellung von Erinnerung und Imagination» mit einem finishing grant.

Im Oktober 2018 wurde Maike Reinerth mit summa cum laude an der Filmuniversität promoviert und ist seitdem akademische Mitarbeiterin (Postdoc). Im Sommersemester 2021 vertrat sie die fächerübergreifende Professur für Ästhetik und Dramaturgie der audiovisuellen Medien. In ihrem Habilitationsprojekt forscht sie zum Nexus von Animation, Politik und digitalen Medien.

Maike Reinerth ist außerdem Co-Sprecherin der AG Animation (innerhalb der GfM), hat in unterschiedlichen Funktionen an Filmfestivals mitgewirkt, Filmkritiken veröffentlicht, internationale Konferenzen, Symposien und Filmreihen organisiert und ist seit 2015 Mutter eines Sohnes.

Eigene Website: maikereinerth.de

Montageforum 12.01.2022 Filmuniversität Babelsberg 17:00 Uhr II Kino 1101 & Online via Zoom

BILDER (M)EINER MUTTER (BRD 2021, 79 min)

Trailer

Regie: Melanie Lischker II Montage: Mechthild Barth, Melanie Lischker II zu Gast: Mechthild Barth, Melanie Lischker

In „BILDER (M)EINER MUTTER“ erzählt die Regisseurin das tragische Leben und Scheitern ihrer Mutter. Mit über 100 Stunden Super8 – und Videomaterial des Vaters rekonstruiert sie von der jungen Liebe ihrer Eltern in den 70er Jahren, über deren Familiengründung letzendlich den Zerfall der Familie. Im Privaten sowie im Poltitischen reist der Film durch die Jahrzehnte und dokumentiert die innere Zerissenheit einer Frau, deren Suche nach Selbstverwirklichung exemplarisch für das Lebensgefühl einer westdeutschen Frauengeneration steht. Ein intimes Portrait und Zeitdokument im Kontext der Frauenemanzipation. 

Gewinner des Dokumentarfilmpreises Filmfestival Kitzbühel 2021

Shortlist Dokumentarfilmfest München 2021

Kurzbiografie Melanie Lischker

Buch, Regie, Kamera und Schnitt

Melanie Lischker wurde 1983 in Düsseldorf geboren. Ihr Studium an der HFF Konrad-Wolf in Potsdam Babelsberg beendete sie 2014 mit einem Diplom in Filmmontage. Sie arbeitete als Editorin für Dokumentar- Experimental- und Spielfilm und nahm 2015 die Arbeit an eigenen Projekten wieder auf.

BILDER (M)EINER MUTTER ist ihr Langfilm-Regiedebut.

Kurzbiografie Mechthild Barth

Mechthild Barth schloss 2004 die Kunsthochschule für Medien in Köln mit Diplom ab und arbeitet seit 2005 als freiberufliche Editorin und Dramaturgin.

Auszeichnungen

2021 MONDAY UM ZEHN_Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik Spielfilm
2019 MAMACITA Best Documentary_Bergamo Film Meeting
2018 MAMACITA Top Audience Pick “Made in Mexico”_Hot Docs Toronto
2018 UMA & WIR Dietmar Heeg Medienpreis (Regie T.Hosche)
2017 DIE NACHT DER NÄCHTE Bayerischer Filmpreis (Regie Y.Samdereli)
2016 DINKY SINKY Fipresci Preis (Regie M.Klein)
2015 UNFORGIVEN: RWANDA Winner CNN Journalist Award – London, UK (Regie L.Augustin)
2013 MaxOphülsPreis GRUPPENFOTO (R: M.Klein).
2010 2.Platz XiánFF, China TANZEN w.i.F. (Regie+Montage).  
2009 Deutscher Filmpreis NOBODY´S PERFECT (R: N.v.Glasow), Lobende Erwähnung film+  
2007 Deutscher Fernsehpreis DER GOTTESKRIEGER (R: G.Monheim).  
2006 GerdRuge-Stipendium. REGIE-FörderpreisNRW.
2004 RfK-Preis (Regie+Montage) LA COLA DEL PEZ

Im Verleih von KOBERSTEIN FILM

MONTAGEFORUM 01.12.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

Hegemon

Regie/ Montage: Dani Gal
zu Gast: Dani Gal

(D 2017, 80 min)

Elf amerikanische Außenpolitikexperten aus Think Tanks, Militärbüros und der CIA schildern ihre Sichtweise der amerikanischen Außenpolitik. Diese Gespräche, die sich um Themen wie den Islam, den militärisch-industriellen Komplex, amerikanische Kriege, Cybersicherheit und den Begriff der Freiheit drehen, liefern den Soundtrack für Szenen eines ganzen Tages in Washington D.C.

Der Blick der Kamera auf die Stadt ist alltäglich und banal. Denkmäler, Natur und Menschen werden gleichermaßen in den Fokus gerückt. Diese Art, die Stadt zu filmen, bietet eine Alternative zur ikonischen, imperialistischen filmischen Darstellung der amerikanischen Hauptstadt. Durch die Gegenüberstellung dieser nicht ikonischen Bilder mit oppositionellen Stimmen von Strategen, die bestimmte Ziele der US-Regierung fördern, und anderen, die sie scharf kritisieren, kann das Publikum einen distanzierten und kritischen Blick auf Amerika als dominante Hegemonie oder als Imperium im Niedergang werfen.

Elektromagnetische Felder in der Stadt wurden während der Dreharbeiten als Ton aufgezeichnet und dann mit der allgemeinen Atmosphäre der Szenen gemischt. Diese Geräusche, die nur mit einem speziellen Gerät zu hören sind, dienen als Metapher für die verborgenen Kräfte, die das schaffen, was man amerikanische Macht nennt.

Dani Gal

was born 1975 in Jerusalem, where he studied at the Bezalel Academy for Art and Design. He continued at the Städelschule in Frankfurt, and ended his studies at the Cooper Union in NewYork. His films and works have been shown widely like the 54th Venice Biennale, Berlinale, The Jewish Museum NewYork, Kunsthalle St. Gallen/Switzerland, Documenta 14, and Centre Pompidou. Films and video arts (also group- and solo shows)by Dani Gal were shown in numerous countries, for which he won prices like the Hans Purmann Preis 2012 and the Vila Romana price 2008.

Dani Gal currently lives and works in Berlin.

weitere Infos: dani-gal.com

MONTAGEFORUM 10.11.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

In Bewegung bleiben

Regie/ Montage: Salar Ghazi
zu Gast: Salar Ghazi

(D 2021, 140 min)

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=RpfnKa5DJRI

Am 31. Januar 1988 feiert das Tanzstück „Keith“ an der Komischen Oper in Ost-Berlin, der Hauptstadt der DDR, Premiere. Es wird ein überragender Erfolg. An „Keith“ sind acht Tänzerinnen und Tänzer sowie die Choreografin Birgit Scherzer beteiligt. Im Jahr vor dem Fall der Mauer fliehen fünf der Beteiligten in den Westen.

Die Tänzerinnen und Tänzer, die aus der „Arbeiterklasse“ stammen, wurden vom Staat zu Spitzenkräften ausgebildet. Eine Elite, deren Licht weithin leuchten und ein Aushängeschild (Flaggschiff?) für die DDR sein sollte. Als junge „Reisekader“ bereisten sie die ganze Welt und lernten auch die westlichen Länder kennen und schätzen, ein Privileg, das ihren Mitbürgern zu Hause verwehrt blieb. In den Monaten vor dem Fall der Berliner Mauer – ein Ereignis, das niemand vorausgesehen hatte – standen viele Mitglieder des Ensembles vor der lebensverändernden Entscheidung, zu bleiben oder zu gehen. Birgit muss die Konsequenz ziehen, ihren Mann und ihr Kind zu verlassen.

Filmemacher Salar Ghazi war damals mit einigen Tänzer*innen befreundet. Er sucht die Beteiligten auf, um die Ereignisse Revue passieren zu lassen und zu reflektieren. Erinnerungen und privates VHS-Material erzeugen ein komplexes Bild, welches das Lebensgefühl der Wendejahre lebendig werden lässt.

Henk Drees

Salar Ghazi

Salar Ghazi wurde 1964 in Hamburg. Nach dem Abitur in Bonn erlernte er autodidaktisch den Beruf des Filmeditors. seinen ersten Dokumentarfilm „Der letzte Kempinski“ hat er zwischen 1994-96 fertiggestellt. Der Film „Bertolt Brecht – Liebe, Revolution und andere gefährliche Sachen“ präsentiert in vier Kapiteln (anhand von Archivmaterial und nachgestellten Szenen) wichtige Stationen im Leben von Bertolt Brecht. Im Jahr 2005 gewann der Kurzfilm-Spielfilm „Namus“ den FBW-Preis. Als Filmeditor ist Salar Ghazi seit knapp 30 Jahren tätig.

MONTAGEFORUM 30.06.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR KINO 1101

Oeconomia

Regie Carmen Losman I Montage Henk Drees
zu Gast: Henk Drees

(D 2020, 86 min)

„Das werden die Leute wieder nichUnser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen.

Website mit Trailer: http://oeconomia-film.de

In den letzten Jahren blieb uns oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schiefläuft. Aber was? Der Dokumentarfilm OECONOMIA legt die Spielregeln des Kapitalismus offen und macht in episodischer Erzählstruktur sichtbar, dass die Wirtschaft nur dann wächst, dass Gewinne nur dann möglich sind, wenn wir uns verschulden. Jenseits von distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen des Ungeheuerlichen letztlich immer wieder verunmöglichen, macht sich OECONOMIA mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten.

Erkennbar wird ein Nullsummenspiel, das uns und unsere ganze Welt in die Logik einer endlos fortwährenden Kapitalvermehrung einspannt – koste es was es wolle. Ein Spiel, das bis zur totalen Erschöpfung gespielt wird und vielleicht kurz vor seinem Ende steht. Mit ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Work Hard – Play Hard“ setzte die Regisseurin Carmen Losmann sich mit den Wirkungen des modernen Human Ressource Managements auseinander. Mit OECONOMIA, der auf der Berlinale 2020 seine Premiere feierte und von der Kritik hoch gelobt wurde, setzte sie ihre eindringlichen Recherchen zu den zerstörerischen Grundlagen unseres Wirtschaftssystems fort und öffnet den Blick jenseits der gängigen Erklärungsmuster und Dogmen auf den Nucleus eines hochexplosiven Systems: Der Schuldner als zentraler Akteur. –

Ein Film von brennender Aktualität.

  • 2020 – 70. Berlinale / Forum
  • 2021 – Vorauswahl Deutscher Filmpreis

Henk Drees

Henk Drees wurde 1968 in Köln geboren, ist aber im Oldenburger Münsterland aufgewachsen und fühlt sich eher norddeutsch. Er hat einen Magisterabschluß in Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Philosophie und Musikwissenschaft und arbeitet heute vor allem als Dramaturg, Editor, Filmmusiker und Dozent. Sein Schwerpunkt in der Montage liegt auf dem künstlerischen, beobachtenden Dokumentarfilm, aber auch das fiktionale und serielle Erzählen liegt in seinem Arbeitsbereich. Zudem hat er Erfahrungen in fast allen audiovisuellen Formen und Formaten.

Curriculum Vitae_Deutsch_kurz

Seine Arbeiten gewannen u.a. die Goldene Taube bei DOK Leipzig, den Deutschen Kamerapreis in der Kategorie Schnitt, den Grimme-Preis, den Civis-Medienpreis, den Förderpreis des Haus des Dokumentarfilms und waren nominiert u.a. für den Fipresci-Award für den besten Schnitt, den österreichsichen FIlmpreis Romy und in der Vorauswahl des Deutschen Filmpreises

Filmografie:

2020 Oeconomia / Regie: Carmen Losmann;
2019 Andere Eltern / Regie: Lutz Heineking jr.
2018 Shut Up And Play The Piano / Regie: Philipp Jedicke
2016 Nicht ohne uns / Regie: Sigrid Klausmann-Sittler
2015 Agnes / Regie: Johannes Schmid
2015 10 Milliarden / Regie: Valentin Thurn
2014 Family Business / Regie: Christiane Büchner
2012 Work Hard Play Hard / Regie: Carmen Losmann
2009 Rich Brother / Regie: Insa Onken
2007 Projekt Gold / Regie: Winnie Oelsner

Mittwoch 16.06.2021 II 17:00 Uhr II Online via

ZOOM

Dokumentarfilm – montierte Wirklichkeit oder

Fiktion?

Panel & Diskussion II zu Gast:

Marielle Pohlmann, Irem Schwarz, Clara Trischler

„Das Leben schreibt die besten Geschichten“ ist zwar eine Redensart, die oft zutrifft, doch nicht immer ist klar, wie eine solche „Geschichte“ erzählt werden kann. Besonders das Schneiden von narrativen Dokumentarfilmen (manchmal auchszenische oder handlungsgeführte Filme genannt) ist immer ein Spagat zwischen getreuer Wiedergabe von Realität und deren unvermeidlicher Fiktionalisierung, da durch das Formen einer Geschichte die dargestellte Realität geprägt wird und durch den Einsatz dramaturgischer Mittel eine Fiktionalisierung stattfindet. Zugleich bleibt im Dokumentarfilm immer ein Realitätsbezug bestehen. Das wirft zwangs- läufig ethische Fragen auf hinsichtlich dessen, wie realitätsgetreu eine Erzählung zu sein hat, die vorgibt, mittels filmischer Darstellung eine nichtfilmische Realität zu zeigen. (…)

Da die Grenzen fließend sind, ist es für Rezipient*innen oft schwierig, genau zu erfassen, was im Film der Wirklichkeit entspricht und was als Wirklichkeit konstruiert wird. Dies sorgt auf Filmfestivals regelmäßig für Gesprächsstoff und hitzige Diskussionen und macht deutlich, welche Relevanz die Frage nach dem Umgang mit dem Realen im Dokumentarfilm hat.

(aus der Masterarbeit von Marielle Pohlmann)

Marielle, Irem und Clara haben sich in ihren Masterarbeiten diesen Fragen jeweils auf unterschiedliche Weise genähert- schon bevor „die Sache mit LOVEMOBIL“ die Fragen um sog. „Authentizität“ und „Was darf ein Dokumentarfilm“ wieder einmal aufflammen ließ. Sie stellen uns ihre jeweiligen Ansätze vor und freuen sich schon auf die Diskussion!

Marielle Pohlmann wurde 1987 in Süddeutschland geboren und lebt in Berlin. Nach einem Studium der Europäischen Medienwissenschaft an der Universität Potsdam schloss sie 2021 ihr Montagestudium an der Filmuniversität Babelsberg mit dem Master ab.

Seit 2012 arbeitet sie als freie Filmeditorin. Der von ihr montierte mittellange Spielfilm „Am Ende der Wald“ gewann 2016 den Silbernen Oscar bei den Student Academy Awards in Los Angeles, der erste von ihr geschnittene Kinodokumentarfilm „Francos Erbe“ hatte 2017 seine Premiere auf dem Shanghai International Film Festival.

Filmografie (Auswahl):

2021  Love Will Come Later (Dokumentarfilm) R: Julia Furer – SRF & Al Jazeera

2021  Alleingang (Kurzfilm) R: Raphael Schanz

2020  Nachtbesuch (Kurzfilm) R: Joana Vogdt

2018  Pity Fu*k (Mini-Serie) R: Raquel Stern

2016  Francos Erbe (Dokumentarfilm) R: Inga Bremer – BR & ARTE

2016  Am Ende der Wald (Mittellanger Spielfilm) R: Felix Ahrens – MDR

2014  Nachtschattengewächse (Mittellanger Spielfilm) R: Max Hegewald

Irem Schwarz ist freiberufliche Filmeditorin und Videokünstlerin.

Sie studierte Theater- und Medienwissenschaften, Psychologie und Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Magister Artium), sowie Montage an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (Master of Fine Arts).

Sie ist Mitglied im Bundesverband Filmschnitt e. V. (BFS).

In ihren filmischen Arbeiten beschäftigt sie sich intensiv mit Fragen der Medienwirkungsforschung, gesellschaftlichen Narrativen und dem Absurden.

Im März 2021 war sie für die Offenlegung der Täuschung im Fall Lovemobil verantwortlich.

(Weiter unten der link zur Reportage von Strg-F auf funk – gemeinsames Content-Netzwerk von ARD und ZDF – zum Film Lovemobil. Und ein paar der Zeitungsartikel die dazu erschienen sind – es gibt irre viele…)

VIS 2016

Clara Trischler lebte nach ihrem Studium am European Film College in Dänemark für ein Jahr in Israel, wo sie neben ihrer Arbeit im Holocaust-Dokumentationsarchiv bei Filmen und Filmfestivals mitarbeitete.

Nach Filmpraktika in Berlin und New York absolvierte sie ein Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie und dem Instituto Universitario Nacional del Arte Buenos Aires, wobei sie ihre Liebe zum Dokumentarfilm entdeckte. Diese führte sie nach Berlin, wo sie Dokumentarfilmregie an der Filmuniversität Konrad Wolf in Babelsberg studierte.

Sie lebt und arbeitet seitdem in Berlin und Wien als freischaffende Filmemacherin.
Filmographie:

 2015 Zuhause ist kein Ort

2013 Das erste Meer

2012 Muscheln und Milch

2007 Wir haben keinen Himmel, auf den wir warten sollten

https://taz.de/Beschiss-beim-Film/!5757189/

https://taz.de/NDR-Doku-Lovemobil/!5757312/

https://www.artechock.de/film/text/interview/l/lehrenkrauss_2021.html

https://www.zeit.de/kultur/film/2021-03/dokumentarfilm-lovemobil-elke-lehrenkrauss-authentizitaet-filmbranche?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com