Archiv der Kategorie: 2021

MONTAGEFORUM 27.01.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // Online via Zoom

THE HALFMOON FILES

(Australia, 2017, 78min, Documentary, English) >> website

Regie / … / Montage // Philip Scheffner

1915, im Ersten Weltkrieg nahm die ‚Königlich Preussische Phonografische Kommission’ die Stimmen von über Hundert Kolonialsoldaten auf Schellackplatten auf. 90 Jahre später folgt Philip Scheffner in einer experimentellen Spurensuche diesen Stimmen an den Ort ihrer Aufnahme. Wie in einem Memoryspiel, das bis zum Ende unvollständig bleibt, deckt er Bilder und Töne auf, in denen die Geister der Vergangenheit zum Leben erwachen. Spiralförmig schrauben sich die Worte seiner Protagonisten ineinander.

Diejenigen, die den Aufnahmeknopf drückten an ihren Grammophonen, an ihren Foto- und Filmkameras, haben die offizielle Geschichte geschrieben. Mall Singh und die anderen Kriegsgefangenen aus dem Halbmondlager sind aus dieser Geschichte verschwunden.

Ihre Geister scheinen mit dem Filmemacher zu spielen, ihm aufzulauern. Die Handlung der Geschichte entgleitet dem Erzähler. Und die Geister lassen sich nicht vertreiben.


Die Dokumentation wurde mit vielen Preisen geehrt, u.a.: PRIX DES MEDIATHEQUES

(FID Marseille), DOKUMENTARFILMPREIS DES GOETHE INSTITUTS 2007 (Duisburger Filmwoche), BEST DOCUMENTARY (Mar del Plata Argentina)

Philip Scheffner

Seit 1986 lebt und arbeitet der Filmemacher, Video- und Sound Künstler in Berlin. Von 1991- 99 ist er Mitglied der Berliner Autorengruppe und Produktionsfirma „dogfilm“(Zusammen mit Jörg Heitmann, Bettina Ellerkamp, Ed van Megen, Merle Kröger). Zusammen mit Merle Kröger gründet er 2001 die Medien-Plattform und Produktionsfirma „pong“. Seit 2001 realisiert er verstärkt Arbeiten im Bereich experimentelle Musik / Klangkunst. 2007/08 wurde der Themenkomplex des Films „THE HALFMOON FILES“ als Ausstellungsprojekt im Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien Berlin gezeigt.

MONTAGEFORUM 06.01.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // Online via Zoom

Jill Bilcock – Dancing the Invisible

(Australia, 2017, 78min, Documentary, English) >> Trailer

Regie Axel Grigor //
Montage Axel Grigor und Scott Walton

Jill Bilcock hat sich der Kreativität und dem Abenteuer verschrieben, sowohl in ihrem Leben als auch in ihrer Arbeit und das hat sie zu einer der gefragtesten Filmeditorinnen der Welt gemacht. Während Millionen von Menschen von ihrem Handwerk bewegt wurden, blieb sie relativ unbekannt. Axel Grigor zeichnet dokumentarisch nach, wie im Melbourne der 1960er Jahre eine engagierte und prononcierte Kunststudentin zu einer der bekanntesten Filmkünstlerinnen der Welt wurde. Mit einer Hintergrundgeschichte, die so bunt und überraschend ist wie Bilcocks Filme, und mit Kommentaren von Cate Blanchett, Baz Luhrmann, Shekhar Kapur, Phil Noyce und Fred Schepisi ist diese Dokumentation ein wunderbarer Einblick in die Kunst des Filmschnitts und den profunden Einfluss, den die Montage auf das Geschichtenerzählen hat.

Winner Audience Award – 2017 Adelaide International Film Festival
Winner Best Biography Doc – 2018 ATOM Awards
Winner Distinctive Work Prize – 2019 CHASS Awards
Nominee Best Feature Documentary – 2018 Australian Academy Awards

(Die Veranstaltung findet in deutscher und überwiegend enlischer Sprache statt //
The event will be held mostly in Enlish, partly in German)

Axel Grigor

Der schwedisch-australische Filmeditor ist Absolvent der Griffith University Queensland College of Art. Seine Arbeiten als Editor wurden vielfach ausgezeichnet und international auf Festivals gezeigt. (u.a. IDFA, Tribeca Film Fest). Er ist Mitglied der Australian Academy of Cinema and Television Arts (AACTA) und der Australian Screen Editors Guild (ASE) und lehrt derzeit im Master of Visual Arts an der Griffith University.

Filmographie (Auswahl)

Ella, 2016 (Melbourne Int. Festival)

Frackman, 2015 (Winner Balinala Indonesia, Byron Bay Film Festival, Australia, DOCNYC)

The Trouble With St Mary’s, 2011 (Brisbane Int. Film Festival)

My America, 2011 (Sydney Film Festival)

Donkey in Lahore, 2007/2009 (IDFA, Noor Film Festival USA)

MONTAGEFORUM 20.01.2021 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // Online via Zoom

Drift

(D 2017, 95min) >> Trailer

Regie, Montage // Helena Wittmann

Der subtil kühne erste Spielfilm der Filmemacherin und Künstlerin Helena Wittmann folgt den Freundinnen Theresa, einer Deutschen, und Josefina, einer Argentinierin, die ein gemeinsames Wochenende an der Nordsee verbringen, lange Strandspaziergänge machen und an Imbissbuden einkehren. Schließlich trennen sich ihre Wege – Josefina kehrt zu ihrer Familie nach Argentinien zurück und Theresa überquert den Atlantik in Richtung Karibik – und der Film entwickelt sich zu einer fes- selnden und delikaten Meditation über die Poetik des Raums. Selbstbewusst an die Arbeit von Michael Snow erinnernd und von Wittmann selbst meisterhaft fotografiert, ist Drift zugleich kosmisch und intim.

Two women spend a weekend together at the North Sea. Walks on the beach, fish buns at a snack stand, mobile weather forecasts. Sky, horizon, water. One of them will soon return to her family in Argentina, whereas the other one will try to come a step closer to the ocean. She travels to the Caribbean and the unknown makes her vulnerab- le. Then, the land gets out of sight. On a sailing vessel she crosses the Atlantic Ocean. One wave follows the other, they never resemble. Thoughts go astray, time leaves the beaten track and the swell lulls to deep sleep. The sea takes over the narration. And when she reappears, the wind is still in her hair while the ground beneath her feet is solid. She returns and the other one could ask: „Have you changed?“

Helena Wittmann

Helena Wittmann studierte Spanisch und Medienwissenschaften in Erlangen und Hamburg. 2014 machte sie ihren Abschluss an der HFBK Hamburg. Ihre Arbeiten, darunter die Kurzfilme WILDNIS (2013) und 21,3°C (2014), wurden international in Ausstellungen und auf Filmfestivals gezeigt. Für ihren ersten Spielfilm DRIFT arbeitete sie eng mit der Anthropologin Theresa George und der Musikerin Nika Breithaupt zusammen. 

Filmographie (Auswahl)

ANTHONY MCCALL: CROSSING THE ELBE (2015)

21,3°C (2014)

WILDNIS (2013)

KREISEN (2010)