Category Archives: 2018

MONTAGEFORUM 12.12.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Die vergessene Armee“ (BRD 2017,88 Minuten )

Regie//Signe Astrup, // Montage//Ruth Schönegge

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Mit der DDR verschwand auch die Nationale Volksarmee. Der Dokumentarfilm „Die vergessene Armee“ zeigt, wie sich die Veteranen mit der Bundesrepublik, dem einstigen Klassenfeind, arrangiert haben. Eine differenzierte Studie über die Langlebigkeit von Ideologie und Verlusterfahrungen.

Was wurde aus den 180.000 NVA-Soldaten?

Das fragte sich auch die dänische Filmemacherin Signe Astrup. In ihrer Doku untersucht sie, wie die Soldaten heute leben, die bis zur Vereinigung beider deutscher Staaten in der selbsternannten „Armee des Friedens“ dienten. Es geht um einen beträchtlichen Personenkreis: Die Stärke der NVA lag zuletzt bei rund 180.000 Mann. In die Bundeswehr übernommen wurden nur rund 11.000. Doch was wurde aus dem Rest? Wie sehen diese Männer ihre Armee und die DDR heute? Welche Prägungen aus dieser Zeit wirken fort? Wie haben sie sich in dem anderen politischen System eingerichtet? Signe Astrup traf die Veteranen unter anderem auch an jenen Orten, wo sie meist unter sich sind. Sei es bei Wehrsportübungen im Wald, beim probeweise Exerzieren oder auch beim Festakt zum 60. Geburtstag der NVA in einer Mehrzweckhalle weit draußen in Mecklenburg.

Manch einer Szene wohnt eine unfreiwillige Komik inne, doch werden diese mitunter zutiefst frustrierten Menschen keinesfalls als lächerliche Fossilien ausgestellt. Ebenso wenig entschuldigt der Film die Taten und Einstellungen der Protagonisten. Wohl aber wirbt er dafür, es sich beim Blick auf eine Gruppe, die viel zu groß ist, um ignoriert zu werden, nicht zu einfach zu machen.

About Ruth Schönegge

LEBT UND ARBEITET IN BERLIN.
1997-2000 Studium der Psychologie an der FU Berlin
2000 Praktikum Webdesign bei city.scope
2000-2002 Studium Mediendesign bei L4
2002 Diplom Mediendesign
freiberufliche Editorin/Mediendesignerin
Dozententätigkeit:
L4 – Institut für digitale Kommunikation
UdK Berlin
2005-2010 Studium der Montage an der
Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Babelsberg
März 2011 Abschluss Diplomschnittmeisterin
2011-2013 Lehrkraft im Studiengang Montage an der
Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Babelsberg
seither freie Filmeditorin

Dozentin für Filmmontage:
Filmuniversität Konrad Wolf
Royal Danish Academy of Fine Arts Copenhagen

Filmografie

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MONTAGEFORUM 05.12.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Audre Lorde – Die Berliner Jahre 1984 bis 1992

BRD, 2012, 79 min

Regie: Dagmar Schultz // Montage: Aletta von Vietinghoff

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Audre Lorde – Die Berliner Jahre 1984 bis 1992 vermittelt Audre Lordes Beiträge zu dem deutschen Diskurs über Rassismus, Xenophobie, Antisemitismus, Klassenunterdrückung, und Homophobie.

Der Film ist weltweit auf Dokumentar Filmfestspielen und auf LGBT, feministischen und Schwarzen Filmfestspielen gezeigt worden sowie auf einer Vielzahl von Veranstaltungen und Konferenzen. Audre Lordes Umgang mit ihrer Krebserkrankung und der naturheilkundlichen Behandlung in Berlin sind ebenfalls Thema in dem Film.

Umsetzung:
Video- und Tonbandaufzeichnungen aus unterschiedlichem archivierten Material, Audre Lordes dichterische Arbeit, ihre klangvolle Stimme, und charismatische Portraits der Dichterin, Fotos und Interviews mit Zeitgenossinnen weben ein lebendiges Bild der Autorin in Lesungen, Diskussionen und in privaten Momenten.

Gespräche mit Personen, die Audre Lorde persönlich kannten und mit jungen Frauen, die von ihrem Werk beeindruckt sind, stellen die Verbindung zur Gegenwart her und zeigen die nachhaltige Wirkung von Begegnungen mit Lorde und mit ihrem Werk.

Aletta von Vietinghoff (BFS)

 

MONTAGEFORUM 07.11.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

Una Primavera” (Dok/A, BRD, I, 2018, 80 min)

Regie// Valentina Primavera //
Montage// Federico Neri //

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Die Fotos aus der Zeit, als Fiorella und Bruno heirateten, tragen die Spuren einer verlorenen Epoche. Die Braut – weißes Kleid, Spitzenschleier – sieht leicht nach oben, wie ein Bild der Jungfrau Maria. Der Bräutigam – schwarzes Haar, schwarzer Anzug – schaut direkt in die Linse, durchdringend und dunkel. Sie kann nicht sagen, ob sie ihn jemals geliebt hat, sagt Fiorella, die gerade das schwere, enzyklopädisch große Hochzeitsalbum auf ihren Schoß gelegt hat. 40 Jahre liegen zwischen diesen Fotos und der Präsenz dieses Films – 40 Jahre, sich selbst zu verlieren, wie Fiorella in Tränen gestand.

Valentina Primavera, die jüngste Tochter des Paares, kehrt mit einer Kamera in ihr Elternhaus zurück, (…) sie begleitet den Versuch ihrer Mutter, sich nach 40 Jahren Ehe endgültig von ihrem Mann zu trennen.

(Lukas Stern)

Federico Neri

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Federico Neri studierte Regie an der NUCT in Cinecittà, (Rom) und Alicante (Spanien) und erwarb 2007 sein Diplom.
2012 schrieb, produzierte und dirigierte seinen ersten Langdokumentarfilm, „Antonello Neri In – Provideo“

Seit 2014 studiert er Montage an der Filmuniversitaet Babelsberg „Konrad Wolf“ und arbeitet freiberuflich als Editor und Videomaker.
Filme, die er geschnitten hat, sind bei vielen nationalen und internationalen Filmfestival gezeigt worden, wie Krakow Film Festival, Diagonale, Mix Brasil, Oaxaca Filmfest, Kasseler Dokumentarfilm – und Video Fest.

Die letzten zwei Langdokumentarfilmen, die er schnitt „Una Primavera“ (R: Valentina Primavera) und „Der Zweite Anschlag“ (R: Mala Reinhardt) feierten ihre Weltpremiere auf der DOK.Leipzig 2018.

Filmographie:

  • –  Antonello Neri In-Provideo: Regie, Produktion 2013
  • –  Nature Boys (R: Andreas Boschmann): Editor 2015
  • –  Die Figur in mir (R: Andreas Boschmann): Editor 2015
  • –  The common Goal (R: Johanna Ickert): Editor 2016
  • –  Pedrams Universum (R: Andreas Boschmann): Editor 2016
  • –  Von neun bis elf (R: Jakob Fischer): Editor 2017
  • –  Datsche (R: Lara Hewitt): Editor 2017
  • –  Domashnee Video (R: Andreas Boschmann): Editor 2018
  • –  Una Primavera (R:Valentina Primavera): Editor, Writer, Executive Producer 2018
  • –  Der Zweite Anschlag (R: Mala Reinhardt): Editor 2018

 

MONTAGEFORUM 24.10.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

“Lucica und ihre Kinder”

Regie/ Bettina Braun //
Montage/ Gesa Marten

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Ein Heldinnenreise mit Brüchen und tiefen Einblicken in die Poesie des bedingungslosen Miteinanders der Familie.

„Hab’ Geduld. Ich geh’ gleich was zum Essen kaufen.“ – „Wann?“ – „Ich muss erstmal gucken, von wem ich etwas Geld bekomme.“.
Lucica, 29,  hat sechs Kinder, mit denen sie in einer 1-Zimmer-Wohnung in Dortmund lebt, damit sie hier zur Schule gehen können. Und einen Mann, der nach einer Gefängnisstrafe nicht mehr nach Deutschland einreisen darf. Die Situation spitzt sich zu, als der Strom abgestellt wird und die jüngste Tochter in Rumänien bleiben muss.
Die Kamera ist immer nah dabei und die Regisseurin wird zur engen Vertrauten. Aber Nähe schafft Verbindlichkeiten.

Wer braucht hier wen und für was?

Deutschland, 2018, 90 Min, >>Trailer

zu Gast //

Gesa Marten

Gesa Marten ist seit 1991 als Editorin und Dramaturgin tätigIhre Montagearbeit wurde mehrfach ausgezeichnet (Deutscher Fernsehpreis, Deutscher Kamerapreis, Film+ Schnittpreis). Sie studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Philosophie in München und Köln. Seit 2014 ist sie Professorin an der Filmuniversität Babelsberg und im Vorstand des IKF Institut für künstlerische Forschung. Sie ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie EFA sowie im Verband für Film- und Fernsehdramaturgie VeDRA und im BFS Bundesverband Filmschnitt Editor. Sie ist ein Gründungsmitglied von LaDOC Dokumentarfilm-Frauen-Netzwerk.

 

MONTAGEFORUM 4.7.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1104

“Frohes Schaffen”

Regie/ Konstantin Faigle //
Montage/ Andreas Menn

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FROHES SCHAFFEN – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Arbeit ist das unbestrittene Zentrum im Leben des modernen Menschen: Sie ist Sicherheit, Selbstbestätigung, Existenzberechtigung, sozialer Kristallisations- und Kommunikationspunkt. Arbeit ist eine Sucht, ein Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich durch Politik und Medien umgibt, und Arbeit ist ein unanfechtbarer Glaube. In seinem essayistisch-satirischen Dokumentarfilm begibt sich Konstantin Faigle nun auf die Reise zu den Wurzeln unseres Glaubens an die Arbeit.

Deutschland, 2012, 98 Min,

zu Gast //
Andreas Menn

Andreas Menn ist 1973 geboren. Als Student der Kunsthochschule für Medien Köln realisiert er zahlreiche intermediale Projekte, u.a. 2000 KANALARBEITEN, ein Live-Fernsehen-Experiment für den Musiksender Viva Zwei. Nach dem Studium beginnt er als freier Filmeditor Spiel- und Dokumentarfilme zu schneiden. 2012 wird er für den Schnitt an HELL mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet. Andreas Menn arbeitet auch als Regisseur. 2013 gewinnt LEFT ON A LITTLE FARM den Publikumspreis beim MuVi-Award in Oberhausen, 2018 EIN FILM ÜBER VITRA den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis. Zuletzt leitet er das Editorial Department für die „Amazon-Originals“-Serie YOU ARE WANTED.

 

MONTAGEFORUM 13.6.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

“Rückenwind von vorn”

Regie/ Philipp Eichholz //
Montage/ Daniel Stephan, Markus Morkötter

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Ist Erwachsenwerden einfach – und Erwachsen sein schwer? Die Berlinerin Charlie findet es verdammt schwer, die Erwartungen ihres Umfelds und ihre eigenen auseinander zu halten. Ihr Freund Marco möchte ein Kind, und ihr Kollege Gerry mutmaßt ganz ungefragt: „Fünf Jahre zusammen? Na, da seid ihr doch bestimmt bald zu dritt…?“ Doch Charlie ist sich überhaupt nicht sicher: Ist das schön, ein Kind zu haben, oder verschwindet sie selbst dabei mit ihren Bedürfnissen? Charlie wird in ihrem Beruf als Lehrerin ganz schön gefordert und so richtig gut läuft es mit Marco gerade nicht. Dabei war am Anfang alles so wunderbar leicht und spontan. Sie hätte gern wieder etwas von der Aufregung von früher, als sie bis in den Morgen tanzen ging. Anderen fällt das leichter: Gerry kauft sich einen Wohnwagen und will sich Richtung Balkan treiben lassen, ihre beste Freundin bricht mit dem Rucksack nach Asien auf. Und dann wird auch noch Charlies geliebte, lebenslustige Oma krank. Ist es so, das Erwachsen sein?

Deutschland, 2018, 80 Min,
Produktion: von Oma gefördert

zu Gast //
Daniel Stephan

Daniel Stephan ist diplomierter Schnittmeister und lebt in Berlin. Nach einem kurzen Ausflug in den Bereich Kommunikationsdesign studierte er schließlich Montage an der Filmuniversität Konrad Wolf (damals noch HFF). Insbesondere der soziologische Aspekt der Medien wurde zu seinem Interessensschwerpunkt. Er arbeitet medienpädagogisch seit 17 Jahren mit Kindern und Jugendlichen mit körperlichen und geistigen Behinderungen und wurde mehrfach für seine Projekte ausgezeichnet. Über viele Jahre hinweg war er im Festivalteam des Berliner Medienfestival für Kinder und Jugendliche tätig und war neben dem Programm vor allem auch für die Asienkontakte verantwortlich. Als Lehrbeauftragter unterrichtet er an der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Außerdem arbeitet er in einem Berliner Comicfachhandel und montiert immer mal wieder einen Film.

Markus Morkötter

Geboren in Georgsmarienhütte wuchs Markus Morkötter in Melle-Osnabrück auf.
Vor über 14 Jahren begann er eigene Kurzfilme zu drehen und war seitdem auch in verschiedenen Projekten in unterschiedlichen Bereichen involviert.
Nach dem Fachabitur und einer Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton zog er Ende 2010 nach Berlin, wo er neben seiner Tätigkeit als selbständiger Editor unter anderem den Montage-Kurs an der selbstorganisierten Filmschule filmArche besuchte.
Zu seinen Arbeiten als Editor zählen mehrere Kurzfilme, Musikvideos, Werbespots und Langspielfilme. Viele davon ebenfalls unter der Regie von Philipp Eichholtz.

MONTAGEFORUM 6.6.2018 FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG 17:00 UHR // KINO 1101

“Als Paul über das Meer kam”

Regie/ Jakob Press //
Montage/ Franziska von Berlepsch, Karoline Vielemeyer

APUDMK.jpg© Weydemann Bros. Juan Sarmiento G.

Paul Nkamani hat sich aus seiner Heimat Kamerun durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist. Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Nachdem Paul bereits zwei Monate in Abschiebehaft verbracht hat, findet Jakob ihn endlich in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim wieder. Als Paul aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien beschließt nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben?

Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss…

zu Gast //
Franziska von Berlepsch

Franziska von Berlepsch studierte and der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg und machte ihren Abschluss im Jahr 2004. Seitdem ist sie freiberuflich als Editorin vor allem im Dokumentarfilmbereich tätig.

Karoline Vielemeyer

Karoline Vielemeyer ist eine Filmregisseurin und Cutterin. Nach ihrem Theaterregiestudium in den USA besuchte sie bis 2015 die Prague Film School mit einer Spezialisierung in Regie und Schnitt. Ihr Abschlussfilm Großstadtfieber (2016) gewann beim Long Beach Indie International Film Festival den Preis “Best Student Film”. 2016/2017 arbeitete sie in Berlin an “Als Paul über das Meer kam”, momentan ist sie bei accentus music in Leipzig tätig.