Mittwoch 16.06.2021 II 17:00 Uhr II Online via ZOOM

Dokumentarfilm – montierte Wirklichkeit oder Fiktion?

Panel & Diskussion II zu Gast:

Marielle Pohlmann, Irem Schwarz, Clara Trischler

„Das Leben schreibt die besten Geschichten“ ist zwar eine Redensart, die oft zutrifft, doch nicht immer ist klar, wie eine solche „Geschichte“ erzählt werden kann. Besonders das Schneiden von narrativen Dokumentarfilmen (manchmal auchszenische oder handlungsgeführte Filme genannt) ist immer ein Spagat zwischen getreuer Wiedergabe von Realität und deren unvermeidlicher Fiktionalisierung, da durch das Formen einer Geschichte die dargestellte Realität geprägt wird und durch den Einsatz dramaturgischer Mittel eine Fiktionalisierung stattfindet. Zugleich bleibt im Dokumentarfilm immer ein Realitätsbezug bestehen. Das wirft zwangs- läufig ethische Fragen auf hinsichtlich dessen, wie realitätsgetreu eine Erzählung zu sein hat, die vorgibt, mittels filmischer Darstellung eine nichtfilmische Realität zu zeigen. (…)

Da die Grenzen fließend sind, ist es für Rezipient*innen oft schwierig, genau zu erfassen, was im Film der Wirklichkeit entspricht und was als Wirklichkeit konstruiert wird. Dies sorgt auf Filmfestivals regelmäßig für Gesprächsstoff und hitzige Diskussionen und macht deutlich, welche Relevanz die Frage nach dem Umgang mit dem Realen im Dokumentarfilm hat.

(aus der Masterarbeit von Marielle Pohlmann)

Marielle, Irem und Clara haben sich in ihren Masterarbeiten diesen Fragen jeweils auf unterschiedliche Weise genähert- schon bevor „die Sache mit LOVEMOBIL“ die Fragen um sog. „Authentizität“ und „Was darf ein Dokumentarfilm“ wieder einmal aufflammen ließ. Sie stellen uns ihre jeweiligen Ansätze vor und freuen sich schon auf die Diskussion!

Marielle Pohlmann wurde 1987 in Süddeutschland geboren und lebt in Berlin. Nach einem Studium der Europäischen Medienwissenschaft an der Universität Potsdam schloss sie 2021 ihr Montagestudium an der Filmuniversität Babelsberg mit dem Master ab.

Seit 2012 arbeitet sie als freie Filmeditorin. Der von ihr montierte mittellange Spielfilm „Am Ende der Wald“ gewann 2016 den Silbernen Oscar bei den Student Academy Awards in Los Angeles, der erste von ihr geschnittene Kinodokumentarfilm „Francos Erbe“ hatte 2017 seine Premiere auf dem Shanghai International Film Festival.

Filmografie (Auswahl):

2021  Love Will Come Later (Dokumentarfilm) R: Julia Furer – SRF & Al Jazeera

2021  Alleingang (Kurzfilm) R: Raphael Schanz

2020  Nachtbesuch (Kurzfilm) R: Joana Vogdt

2018  Pity Fu*k (Mini-Serie) R: Raquel Stern

2016  Francos Erbe (Dokumentarfilm) R: Inga Bremer – BR & ARTE

2016  Am Ende der Wald (Mittellanger Spielfilm) R: Felix Ahrens – MDR

2014  Nachtschattengewächse (Mittellanger Spielfilm) R: Max Hegewald

Irem Schwarz ist freiberufliche Filmeditorin und Videokünstlerin.

Sie studierte Theater- und Medienwissenschaften, Psychologie und Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Magister Artium), sowie Montage an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (Master of Fine Arts).

Sie ist Mitglied im Bundesverband Filmschnitt e. V. (BFS).

In ihren filmischen Arbeiten beschäftigt sie sich intensiv mit Fragen der Medienwirkungsforschung, gesellschaftlichen Narrativen und dem Absurden.

Im März 2021 war sie für die Offenlegung der Täuschung im Fall Lovemobil verantwortlich.

(Weiter unten der link zur Reportage von Strg-F auf funk – gemeinsames Content-Netzwerk von ARD und ZDF – zum Film Lovemobil. Und ein paar der Zeitungsartikel die dazu erschienen sind – es gibt irre viele…)

VIS 2016

Clara Trischler lebte nach ihrem Studium am European Film College in Dänemark für ein Jahr in Israel, wo sie neben ihrer Arbeit im Holocaust-Dokumentationsarchiv bei Filmen und Filmfestivals mitarbeitete.

Nach Filmpraktika in Berlin und New York absolvierte sie ein Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie und dem Instituto Universitario Nacional del Arte Buenos Aires, wobei sie ihre Liebe zum Dokumentarfilm entdeckte. Diese führte sie nach Berlin, wo sie Dokumentarfilmregie an der Filmuniversität Konrad Wolf in Babelsberg studierte.

Sie lebt und arbeitet seitdem in Berlin und Wien als freischaffende Filmemacherin.
Filmographie:

 2015 Zuhause ist kein Ort

2013 Das erste Meer

2012 Muscheln und Milch

2007 Wir haben keinen Himmel, auf den wir warten sollten

https://taz.de/Beschiss-beim-Film/!5757189/

https://taz.de/NDR-Doku-Lovemobil/!5757312/

https://www.artechock.de/film/text/interview/l/lehrenkrauss_2021.html

https://www.zeit.de/kultur/film/2021-03/dokumentarfilm-lovemobil-elke-lehrenkrauss-authentizitaet-filmbranche?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com

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